monsanto

Ein Erdölkonzern versenkt eine Bohrplattform im Golf von Irgendwo. Öl fließt wochenlang in den Golf. Der Konzern sorgt für eine gute Vermischung des Erdöls mit  Meerwasser und schädlichen Chemikalien. Nachdem hunderte Kubikkilometer dieses Gemisches durch den Golf wabern, sagt der Konzern. Wir haben eine Konzession, dieses Öl zu gewinnen, also gehört es uns. Da das Erdöl vom Wasser nicht durch uns zu trennen ist, gehört das kontaminierte Meerwasser uns. Wenn Sie etwas nutzen, z.B. Meerwasser, das Erdölreste enthält, müssen Sie mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, da Sie fremdes Eigentum unrechtmäßig nutzen. Klingt doch völlig absurd oder?

Auf Erdöl kann ich verzichten sagen Sie und nutzen nix aus dem Golf Irgendwo. Dann haben Sie einen triftigen Grund weiter zu lesen. Falls Sie jedoch nicht unter genetischer Modifikation leiden möchten, als unfreiwilliger Proband und ohne Kostenerstattung, dann viel Spaß beim Lesen.

“Es gibt weltweit soviel Widerstand gegen jede weitere Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen, dass die einzige Möglichkeit, damit weiter zu kommen, in der Kontamination liegt.” Dale Adolphe, Vorsitzender der Canadian Seed Growers Association meint damit natürlich nicht genetische Modifikation, sondern nur sein Konto.

Taktik: Kontrollieren und Kontaminieren

Monsanto und Pioneer Hi-Bred produzieren gentechnisch modifizierte Pflanzen bzw. züchten Hybridpflanzen (Quellen: taz, Wikipedia Monsanto) Sie besitzen Patente auf diese Pflanzen. Dann verkaufen sie Samen dieser Pflanzen an Farmer, die intensiv auf Kapital, z.B. durch teure Düngung und starke zusätzliche Bewässerung und gleichzeitig über große Maschinenparks setzen und extensiv mit geringerem Know-How am Boden arbeiten und mit wenigen Arbeistkräften auskommen. Die Farmer säen die Samen. Diese Pflanzen sind zwar modifiziert, geben aber trotzdem Blütenstaub ab und können sich mit nicht veränderten Pflanzen kreuzen. Sie kontaminieren unsere Umwelt. Dann tauchen Kreuzungen aus modifizierten und normalen Pflanzen mit der veränderten Gensequenz auch auf Feldern von Farmern auf, die ohne Vertrag mit den Konzernen sind.

Jetzt ist es nicht so, dass die Farmer der verseuchten Felder dagegen klagen können, dass ihre Pflanzen und Felder durch die Pflanzen von Monsanto verseucht sind.

Nein, Monsanto verklagt die Farmer auf Diebstahl, obwohl sie die Pflanzen herstellen, die diese Kontamination hervorrufen und ihre Vertragspartner es nicht verhindern. Die Klagesummen sind so hoch und die Verhandlungen werden in die Länge gezogen, dass sich die meisten Farmer es finanziell nicht erlauben können. Sie zahlen meist für einen Vergleich und werden durch die Vergleichsbedingungen auch indirekt abhängig von den Firmen (Quellen: foodwatch.de, Wikipedia Monsanto). Es findet eine massive und repressive Einflussnahme statt, sowohl auf politischer wie auch auf juristischer Ebene, um sich wehrende Menschen einzuschüchtern.

Denn die modifizierten Pflanzen stehen in starker Preiskonkurrenz zu normalen Pflanzen, weil die modifizierten meist von Großfarmen extensiv (industrialisierte Landwirtschaft mit nix Bauernhofromantik) angebaut werden, werden langsam alle normalen Nutzpflanzen und Kleinfarmen verdrängt. Am Ende sind alle Pflanzen kontaminiert und keiner kann ohne Erlaubnis von Monsanto oder Pioneer Hi-Bred etwas anpflanzen. Es gibt noch mehr Firmen, die auf ähnliche Methoden setzen. Fast alle konzentrieren sich mit ihren Entwicklungen auf Reis, Mais, Soja und andere enorm wichtige Nahrungsmittel- oder Nutzpflanzen.

Die Pflanzen enthalten z.B. Gensequenzen, die sie robust gegenüber Pestiziden machen, die auch nur von den gleichen Konzernen hergestellt werden. Die Pestizide greifen alle unerwünschten Pflanzen an und töten diese ab, sofern sie nicht die passende Gensequenz enthalten. Zuletzt bekommen wir nur noch wenige Pflanzen auf den Tisch, die mit den Hersteller abhängigen Pestiziden behandelt werden müssen, um zu wachsen. Wir verseuchen den Boden, das Grundwasser und andere Organismen mit diesen Pestiziden und den veränderten Pflanzen. Ein zusätzliches Problem ist, die veränderten Pflanzen produzieren auch veränderte und anders wirkende Gifte und Hormone, die sich negativ auf unsere Gesundheit auswirken. Außerdem werden viele als Unkraut bezeichnete Pflanzen resistent gegen die Pestizide. Also werden weitere Pestizide entwickelt, die die Resistenzen umgehen sollen, da die Pflanzer vertraglich geknebelt werden, dürfen sie keine eigenen Samen aus der Ernte gewinnen. Sie werden aber gezwungen kostspielige Verfahren und Technik einzusetzen, die sie weiter verschuldet. Durch diese Schulden presst man sie weiter in die Abhängigkeit von Konzernen. Was im Moment durch diese Praktiken abläuft ist die Welt umfassende Kontamination und Modifizierung aller beteiligten Arten, also auch Tiere, Pilze, Bakterien usw. Die Verschmutzung unseres Planten wird nicht mehr nur indirekt auf genetischer Ebene fortgesetzt (z.B. Östrogene), sondern direkt (testbiotech.de/node/532, testbiotech.de/node/564). Und diese Firmen sind dann so frech und behaupten alles Kontaminierte gehört ihnen (testbiotech.de/en/node/563, testbiotech.de/node/550).

In dem Zusammenhang sollte man vielleicht erwähnen, dass Tests an Ratten und Mäusen, die mit gentechnisch verändertem Mais gefüttert wurden, verändertes Erbgut aufwiesen. Klingt gruselig? Oder nicht, denn man kann das nicht ohne weiteres auf Menschen übertragen? Hacken Sie einer Maus ein Ohr ab, ist es unwahrscheinlich, das es nachwächst. Hacken Sie sich ein Ohr ab …

Das Fehlen eines Beweises ist noch kein Beweis, dass es keinen Beweis gibt.

“Nach fünfzehn Jahren Verzehr von gentechnologischen Lebensmitteln ist in den USA bis jetzt noch nicht einmal ein Krankheitsfall aufgetreten. Und trotzdem sind wir in Europa beunruhigt, dass uns irgendetwas passieren kann. Also auch dort ist mehr Heuchelei als sonst irgendwas.” Peter Brabeck, jetzt Präsident des Verwaltungsrates von Nestle, ehemals CEO, hat natürlich auch keine finanziellen Interessen an genetischer Modifikation, nur wenn es erprobt in teuren Krankenhäusern ihm sein Leben verschönern hilft.

Da wird anderen Heuchelei vorgeworfen, obwohl Herr Brabeck das Gesagte weder verifizieren noch falsifizieren kann (Die Aussage ist zitiert aus dem Buch”WE FEED THE WORLD” von E. Wagenhofer und M.Annas).

Irgendjemand entwickelt etwas, kann die Unschädlichkeit nicht beweisen (Eine Aussage und fehlende Informationen sind kein Beweis.), aber behauptet die Schädlichkeit gibt es nicht, weist also indirekt daraufhin, wenn die Schädlichkeit bewiesen werden müsse, dann nicht durch den Urheber, sondern durch Betroffene oder die Gesellschaft. Die Betroffenen können aber nicht auf die notwendigen Informationen zugreifen, weil die zuständigen Kontrollgremien entweder nicht aktiv werden können oder nicht existieren. Interessant. Ich glaube, so etwas nennt man asymmetrische Kriegsführung, wenn man die finanziellen Möglichkeiten der beteiligten Parteien betrachtet.

By the way: Etwa 20% der US-amerikanischen Bevölkerung sterben an schlechter Ernährung im Zusammenhang mit Bewegungsmangel. Wir zahlen für Desinformation und essen gesundheitlich betroffen, nur auf moralischer Ebene? Wehren wir uns?

The Green Knight – Rises

Quellen: testbiotech.de könnt Ihr nutzen, um aktuelle, wissenschaftlich unterlegte Informationen zu besorgen, die gentechnische Entwicklungen betreffen.

WE FEED THE WORLD (Der Film, das Buch gibt es bei orange-press.com.)

food-inc-was-essen-wir-wirklich-dokumentation (“Food, Inc” der Film von Robert Kenner.)

Bild und mehr Infos: www.facebook.com/occupymonsanto


Subscribe to comments Both comments and pings are currently closed. |
Post Tags: , , , , , , ,

Browse Timeline


Comments ( 1 Comment )

[...] Hurra, genetische Modifikation für alle – Aber nicht freiwillig und schon gar nicht kostenlos! [...]

Hurra, genetische Modifikation für alle – Aber nicht freiwillig und schon gar nicht kostenlos! | CookingPlanet added these pithy words on Mai 12 12 at 10:10

© Copyright 2007 GREENDELICIOUS . Thanks for visiting!