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Abbildung: www.footprint-deutschland.de

Auf einer Buchvorlesung habe ich vor drei Wochen „Der ökologische Fußabdruck der Hansestadt Hamburg“, vom Zukunftsrat Hamburg (Hrsg.) herausgegeben, in die Hand bekommen. Nach der Regional Stepwise – Methodik, entwickelt von Best Foot Forward kann man lokal, regional, national und global für verschiedene Flächennutzungskategorien ermitteln, was der durchschnittliche Mensch so braucht an globalen hektar (gha).

Unter Berücksichtigung der Konsumkomponente und der Biokapazität der jeweiligen Flächen ist dann die Konsum-Landnutzungs-Matrix die Basis für den jeweiligen Ökologischen Fußabdruck. Präsentiert werden Nahrung, Wohnen, Mobilität, Güter, Dienstleistungen als Komponenten in der Matrix. Leider waren Radfahrer nicht berechnet in der Komponente Mobilität, denn der Anteil am Fußabdruck ist in Hamburg mit 24% hoch, nur Nahrung war noch höher mit 33% (Güter 22%, Dienstleistungen 6%, Wohnen 15%). Ich finde das superspannend. Denn auch hier ist ein direkter Vergleich von Gerechtigkeit möglich. Im vorletzten Artikel haben wir auf die Problematik der bei Weitem nicht hinreichenden und unterentwickelten Suffizienz in den reichen Teilen der Weltbevölkerung hingewiesen und einiges dazu im Zusammenhang mit Ökoeffizienz und Ökoeffektivität erläutert. Hier das Ganze auf amtlicher Datenbasis, wenn auch noch von 2007 für eine hinreichende Vergleichbarkeit der Daten, wird kurz und knackig gezeigt, wo die Problematik liegt. Übrigens finde ich interessant, dass wir immer wieder Belege brauchen, um zu glauben, was wir denken zu verstehen. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass Hamburg die meisten Millionäre hat, dann leben wohl einige drastisch auf zu großem Fuß, da es ja bloß der errechnete Durchschnitt ist. Ob man an Stadtteilrechnungen oder Grundstücksrechnungen kommt? Also vom Obdachlosen, der wahrscheinlich gleich nach den ethnischen Gruppen im Amazonasgebiet, die vor der Zivilisation beschützt werden müssen, den geringsten Fußabdruck hat, bis zu den Elbchaussee- und Alstertalanrainern, die wahrscheinlich mehr als 6 Erden brauchen, um einigermaßen über die Runden zu kommen.

Es war ja jetzt so lange Winter und die meisten armen Autofahrer haben ja einen relativ schlechten Stoffwechsel, entsprechend wird ihnen kalt, wenn sie aus dem Auto steigen, was mir als Radfahrer weniger passiert. Der Anteil der Autos beträgt 38% an der Mobilität, nur Flugzeuge mit 50% sind noch übler. Gering dagegen mit 1% Bus- und Reisebusanteile, sowie 7% im Schienenverkehr und 4% für die Schifffahrt. Also rege ich mich zu recht auf, über die ganzen Autofahrer, die mit Gewalt im Auto in die Stadt müssen. Mit Gewalt schreibe ich, weil viele Autofahrer denken als Radfahrer muss man ausweichen.

Und ich wundere mich auch immer, wenn ich durch bestimmte Stadtteile mit dem Fahrrad fahre, warum alle Zimmer hell beleuchtet sind oder zumindest so im Kuschelmodus strahlen, teilweise mit 4 oder 5 Lampen in 3, 4 oder mehr Zimmern. Ist das normales Verhalten? Vielleicht sollte Strom relativ zum Einkommen Prozente kosten. Das würde zumindest diese Ausleuchtung menschenleeren Raumes beenden. Interessanterweise habe ich das Heftchen aus einem solchen Stadtteil. Schön, gerade die richtige Seite aufgeschlagen und das gibt mir recht, der Hamburger verbraucht weniger Energie als der durchschnittliche Bundesbürger, aber beim Strom greift er etwas mehr zu, auch wenn hier argumentiert wird, dass die Kohlendioxidintensität in der Hamburger Stromerzeugung geringer ist als anderswo in Deutschland.

Bei den Gütern ist Hamburg mit 474 kg pro Kopf Abfallaufkommen mit 20 kg über dem Bundesschnitt und leider ist auch der Anteil der recycelt und kompostiert wird geringer. Es wird zuviel energetisch verwertet, also verbrannt.

Wer also neugierig ist und alles genau wissen möchte, informiert sich besser selbst noch einmal mit den Links. Denn die Auflage beträgt nur 5000 im Druck, aber wir leben ja in einer PDF-haltigen Welt und  der Überblick zum Ökologischen Fußabdruck der Stadt Hamburg ist hier für ein bisschen Strom herunterzuladen, der gesamte Bericht, die Langfassung hier. Unten noch zwei weitere Links, die zu Beteiligten  führen und auf denen man seinen ökologischen Fußabdruck berechnen bzw. sich sehr umfangreich schlau machen kann.

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