Wörndle Loch Blich Richtung Geisler Gruppe

Le Odle von der Wörndle Loch Almhütte aus

Oder doch eher Braunweiße oder Villnösser Brillenschafe oder lieber auf den Sass Rigais oder den Peitlerkofel. Am meisten Spaß hat es gemacht, im wilden Galopp an über 30 Grad steilen Hängen hinter Rindern zur Vorbereitung des Almabtriebs im Wörndle Loch im oberen Villnößtal Richtung Peitlerkofel mit meinen Aku Transalpina GTX herzujagen. Klingt wie Werbung. Ist es auch. Vor allem für Südtirol, das Eisacktal, Villnöß, Kühetreiben, frische Luft, die Berge, Spaß in Wald und Flur und auch ein bisschen für den Aku-Trekkingstiefel. 

Aufenthalt im Wörndle Loch

Ich habe mich 3 bis 4 Mal an den Hang im Wörndle Loch zum Ausruhen gelegt im Wörndle Loch, immer so für 1 bis 3 Sekunden, um dann wieder loszurennen, damit die Kühe nicht wieder bergauf statt bergab laufen. Das alles in Vorbereitung für den geplanten Almabtrieb der nächsten Tage. Die Viecher sind ziemlich raffiniert. Früh um 08.00 Uhr nach dem Melken laufen sie stur bzw. betont langsam vor dir her und abends, auf dem Weg in den Stall, muss man sie auch ständig überzeugen, sich zu bewegen. Aber falls sie etwas beschlossen haben, z.B. einen anderen Weg als den vorgeschlagenen zu gehen, dann sind sie auf einmal schnell. Wenn sie so zügig unterwegs sind, denkt man ständig sie würden sich verletzen. Vergesst es, ich habe öfter im Gras gelegen als die Vierbeiner. Zwischendurch auch noch meine Kamera und mein Handy verloren, da meine Tasche an der Hose aufgerissen als ich wieder mal flüchtig Kontakt mit dem Boden hatte und es auf mein Gerenne schob.

Günther, der Almhirte Herrmann, Günthers Chef und sein Sohn haben mich dann auch wie einen mecklenburgischen Rohrspatzen im Wörndle Loch fluchen gehört und Günther hat mir hinterher mit einem Grinsen vorgeworfen, seine Stecken zum Treiben der Vierbeiner kaputtzumachen, die ich wütend auf mich selbst auf den Boden geschlagen hatte. Logischerweise waren alle meine Bilder auf der Kamera bzw. meinem Handy. Als wir die Rinder endlich weiter unten in ein Gehege zum Weiden gesperrt hatten, haben glücklicherweise Günther zuerst meine Kamera und ein wenig später Herrmann mein Handy wiedergefunden. An den Aku Transalpina hat es nicht gelegen, dass ich mich öfter gekugelt habe. Obwohl es sicher keine Laufschuhe, sondern Trekkingstiefel sind, fühlt es sich sehr gut an, wenn man nach einer Gewöhnungsphase merkt, wie gut man mit dem Material klarkommt, obwohl ich mir das folgende Gesuche gern erspart hätte. Das man hin und wieder mal fällt ist für mich als Flachlandbürger normal. Günther habe ich nie hinfallen gesehen. Seltsam.

Wörndle Loch nach Schneefall

Das Wörndle Loch in der Früh nach Schneefall

Das vorausgehende Problem war der Schnee-Einbruch über Nacht. Morgens um vier sind wir hoch und haben vor die Tür nach den Rindern geschaut. Denn sie haben auf einmal den Abend vorher alle am Gezäun um die Hütte gestanden. Tiere und auch Menschen können spüren, wenn Schnee kommt. Und als ich ins Bett unterm Dach kroch, war es frischer als sonst, da kalte Luft aus dem Norden die Alm herunterkam. Frühmorgens hatten es sich dann drei Rinder auch neben der Hütte und am Auto bequem gemacht, nachdem sie die kleine Pforte eingedrückt hatten. Da war noch alles im grünen Bereich. Günther hatte zwar Sorge um die trächtigen Tiere, die sich den Bauch verkühlen können und das natürlich negativ auf die ungeborenen Kälber wirken kann, aber allen ging es gut. Wir haben dann kurz gefrühstückt und Günther ist wieder raus zu den Tieren, die sich wieder auf der Alm verteilt hatten, dachten wir.

Leider sind die Kühe auf der Suche nach Gras auf einen anderen Abschnitt der Alm gelaufen. Was auch nicht weiter schlimm ist, wenn kein Schnee liegt. Rinder neigen dazu in den durch sie getretenen Stiegen bei rutschigem oder glattem Untergrund eher zum Aufwärtsgehen, da für sie ein abwärts gewandtes Wenden schwierig ist und Rutschen wie für uns allgemein verunsichernd wirkt. Und sie sind größtenteils zusammen hoch in Richtung Zendleser Kofel bzw. Schlüterhütte. Die Rinder standen ziemlich weit oben im steilen, teils felsigen Bereich, wenn sie dann beispielsweise auf eine Absperrung treffen, müssen sie durchbrechen oder umkehren. Außerdem finden natürlich auch immer wieder mal kleine Rangkämpfe, auch zwischen Kühen statt. Alles kann sich im Absturz äußern. Irgendwann muss sich eine entsprechende Dynamik in der Herde entwickelt haben, die dazu führte, dass eine Kälbin aus welchem Grund auch immer ins Gleiten geriet und dadurch ca. 40 m tief fiel und natürlich tot war. Günther war den Abend und den Morgen insgesamt fünf oder sechs Mal hin und her gerannt, um nach den Tieren zu sehen und dann trotzdem dieser Unfall. Obwohl die ganze Saison bisher glatt gelaufen war. Traurig und ärgerlich.

Günther Pernthaler 2013

Günther hütet im Wörndle Loch

Von dem Absturz bekamen wir nichts mit. Wir haben kurz gefrühstückt und die entrahmte Milch zum Buttermachen vorbereitet, als uns der Hirte der Gampenalm rief. Natürlich hatte Günther gesehen, dass es ein gefährlicher Bereich war, auf den Kühe sich bewegten. Nur alleine kann man Kühe nicht in solchem Gelände treiben und selbst wenn, dann könnten sie in Panik, aus Gründen wie oben beschrieben, geraten. Auch wenn ich helfen würde. Und ab und an brechen sie nun mal durch die Zäune, wie am Wochenende vorher. Ein paar Rinder hatten den Aufstieg auf den Zendleser Kofel gewagt, auf der Suche nach den besten Spätsommerkräutern. Siglinde, Günthers Frau hatte die Tiere oberhalb eines sehr exponierten Felsabschnittes im Wörndle Loch gesehen und ist mit einem Gast, dessen Verwandte auch Rinder auf der Wörndle Loch Alm stehen hatten, hoch und hat den Zaun behelfsmäßig geflickt.

Das war eine schwierige Entscheidung für den Günther. Wenn er jetzt die Kühe nicht runterholte, konnte eine abstürzen. Wenn er sie holte, konnte es zum gleichen Ergebnis kommen. Da es wieder relativ warm war, hofften wir, dass der Schnee schnell ablief und die Tiere von allein wieder runterkamen. Ungünstig war nur, der Almbereich bekam erst gegen 11 Uhr so richtig Sonne. Als uns Helmut von der Nachbaralm rief, von der aus man gut das Teilstück des Wörndle Loch einsehen kann, schwante uns Arges.

Bildschirmfoto 2013-12-20 um 12.15.51

Ziemlich steil für Rinder bei Schnee, obwohl es oben noch steiler weitergeht.

Dass die trächtige Kuh abgestürzt war, war einfach leider Pech. Wie es der Zufall wollte, war es auch noch eine Kälbin vom Bruder. Wirtschaftlich bekommen die Bauern auf der Alm den größten Teil des verunglückten Viehs entschädigt. Aber eine trächtige Kuh birgt ja erhebliches Potenzial für einen Viehbauern. Nachdem die Kuh abgeholt wurde, aus hygienischen Gründen sind die Viehhalter verpflichtet, tote Tiere abholen zu lassen, nicht nur in Südtirol, kam der Chef vom Günther, Herrmann mit einem Sohn und wir haben zu viert die Kühe herunter in den tiefer gelegenen absperrbaren Bereich der Alm getrieben. Das war alles andere als einfach, wir haben für die 500 m Luftlinie fast 3 Stunden gebraucht. Obwohl ein Großteil des Schnees durch die Sonne in der Fläche schon wieder verschwunden war. Ohne Geduld geht da gar nichts.

Wörndle Loch Alm

Die gleiche Perspektive vom Wörndle Loch ein paar Tage früher.

Ich hatte aus diesem Teil der Wörndle Loch Alm schon zwei trächtige Kühe am Tag vorher herunter getrieben und mit Hilfe von einem netten Rheinländer und einem Freund vom Günther verladen. Das waren aber auch nur zwei trächtige Kühe und die kannten mich vom morgendlichen und abendlichen Spaziergang in den Stall bei der Almhütte. Und auch die haben mich einmal ausgetrickst, als sie links antäuschten und dann rechts in den Wald unterhalb der Kaserill-Alm verschwunden sind. Glücklicherweise hatten sie keinen echten Plan und sind dann wieder auf die Straße nach einer kurzen Kreisverfolgung durch mich und den Wald. Dann kam auch noch eine wahnsinnige Nording Walking-Expertin und machte die Kühe nervös, indem sie wie ein bescheuerter Raser auf der Autobahn hinter den Kühen zwischen links und rechts wechselnd an den Kühen vorbei wollte. Hat nur noch die Hupe gefehlt. Bergab voll auf sportlich und die Rinder nervös machen. Dann kurz nachdem sie vorbei war, die Kühe hatten sich kurz am Wegesrand noch versorgt, bleibt sie stehen um auf ihren Mann zu warten. Der ist etwas entspannter, aber genauso umsichtig wie die nordische Stockkämpferin und fängt an, gerade als die Kühe sich wieder in Bewegung setzen, mit seinen Stöcken fuchtelnd auf irgendetwas in der Ferne zu zeigen. Die Kühe haben einen kurzen Zwischensprint von 15 m eingelegt und waren wieder vor dem arglosen Pärchen. Schön das die beiden nur schnell zur Kaserillhütte wollten und dort abbogen. Auf der Kaserillalm bekommt man diverse, wohl schmeckende Sorten Käse von der Familie Mantinger serviert. Auch ich hatte das Vergnügen, gleich am ersten Tag in Villnöß.

Käseteller auf der Kasiriler Alm

Käseteller auf der Kaserillalm, lecker.

Zwei Tage vor dem Schneeeinbruch war ich auf den Sass Rigais in den Geissler Alpen mit den Trekkingstiefeln gegangen und davor auf den Frosch, einem ca. 2500 m hohen Berg der Aferer Geisler und davor auf den Peitlerkofel und davor auf den Kuhgrat der Drei Schwestern in Liechtenstein und bin dort auch einen Klettersteig gegangen. Auf dem Sass Rigais gibt es zwei Klettersteige, die beide problemlos mit den Aku zu begehen waren, auch ohne Sicherheitsausrüstung. Was nicht heißen soll, dass jemand ohne gehen sollte, denn es sind auch schon Leute mit Ausrüstung abgestürzt, die Ahnung haben, von dem, was sie da unternehmen. 700 bis 800 Höhenmeter waren der gefühlte Durchschnitt im Villnößtal beim Günther auf der Wörndle Loch Alm und man gewöhnt sich dran. Ich hätte gerne meine Hämoglobinwerte vorher und nach dem Aufenthalt in den Bergen gemessen.

Meine Schuhe

Die Schuhe: Korrekt => Aku Transalpina GTX unisex. Im Bergwaldprojekt in Liechtenstein habe ich einen halben Tag Wegebau betrieben und zwei Tage handgeholzt an steilen Hängen von 25 bis 45 Grad sowie Verbissschutz in über 45 Grad steilen Gelände betrieben. Alles ohne Probleme und ohne irgendwelche Blasen zu bekommen, obwohl ich die Trekkingstiefel vorher nicht eingelaufen hatte. Einziges Manko, die Herstellung aus grüneren Materialien wäre super. Da ist nicht nur Aku in der Pflicht, sondern allgemein die Outdoorhersteller. Günther hatte übrigens nur Schuhe aus dem Outdoorbereich, alles andere war traditionelle Kleidung. Und die hält auch warm und trocken. Gerade die Wolle von Schafen vom Günther ist vom Feinsten, aber dazu und einiges mehr an anderer Stelle. Aku ist übrigens ein italienischer Hersteller von hochwertigen und bequemen Spezialschuhen für Arbeit und Freizeit aus dem Trentino, also den Nachbarn der Südtiroler.

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Nach 500 km und ca. 14.000 Höhenmeter in jedem Terrain, außer Eis.

Der Grip ist Klasse, ob auf Waldboden, Almwiesen oder Geröllflächen und auch in Klettersteigen. Gerade beim Rennen im Wörndle Loch habe ich richtig Freude über die Schuhe entwickelt. Nach ca. 500 km sind kaum Spuren zu sehen, außer zwei kleine abgebrochene Stellen an der Sohle. Was zudem gut ist, Aku, übrigens eine Firma gar nicht so weit weg von Villnöß, nämlich im Trentino heimisch, stellt demnächst verstärkt Serien von Arbeitsschuhen für Menschen her, die im Umweltbereich bzw. allgemein Outdoor arbeiten und die besonders robust konzipiert werden, vielleicht fließt dann ja auch die eine oder andere biologisch abbaubare Ressource ein. Denn auch wenn ich mit den Aku viel gearbeitet habe, sind sie doch eher als Trekkingstiefel oder Wanderstiefel gedacht. Ich werde sie trotzdem weiter zu allem verwenden und mit etwas Glück auch im Wörndle Loch, meiner Lieblingsalm.

Interessante Links:

Villnösser Brillenschaf

Kaserillalm

Villnöß

Aku Transalpina GTX Unisex


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