Das Geheimnis der Bäume Luc Jaquet

Brettwurzeln

Gestern Nachmittag waren wir im Kino. Der Film ist wirklich beeindruckend. Wunderbare Naturaufnahmen werden mit Zeichnungen, z.B. über den Stockwerkaufbau des Waldes ergänzt. Computeranimationen zeigen in den laufenden Aufnahmen aus dem Wald die Informationswege und -möglichkeiten der Bäume und des Waldes als riesigen Organismus. Manchmal beneide ich die jüngeren Generationen. Sie benötigen oft nur einen Film oder eine Animation, ein Kurzvideo auf Youtube um Komplexes verständlich aufbereitet wahrzunehmen. Die Kommunikation der Bäume untereinander, wie sie sich warnen, sich an Fressfeinde anpassen, sich vermehren. Vieles wird deutlich, was sonst über Bücher erarbeitet wird. Bruno Ganz erzählt, er lieh Francis Halle seine Stimme für die deutschsprachigen Zuschauer.

Luc Jaquet ist übrigens Oscarpreisträger für Die Reise der Pinguine. Auch wenn die Animationseffekte nicht wären, die Aufnahmen und die Musik versetzen mich an Orte, an denen ich mich zu Hause fühle. Und ich habe mich nach dem Film völlig deplatziert gefühlt in meiner gewohnten Umgebung und denke darüber nach in den Wald zu ziehen. Kein Scherz. Die Summe meiner bisherigen Erfahrungen spielt natürlich auch eine Rolle, aber was kann daran verkehrt sein? Als Zehnjähriger habe ich immer gesagt, auf die Frage nach meinem Berufswunsch, ich gehe in den Urwald. Wald hat mich immer fasziniert. Ob ich mir die Finger beim Holz machen im Winter mit meinem Vater, Onkel und Großvater geklemmt habe in der Hängerklappe oder wenn ich mit meinem Hund durch unseren am Dorf angrenzenden Wald, einem Buchenmischwald, gelaufen bin. Irgendwann mit 14 oder 15 habe ich kapiert, wenn ich schön im Wald bin, kommen die Bulldozer so gewiss, wie die Bäume gen Himmel streben. Also habe ich immer noch darüber nachgedacht in den Urwald zu gehen, aber nicht mehr konsequent. Heute war ich zwar schon in diversen Wäldern, aber mein Hunger nach Wald erleben ist noch lange nicht gestillt. Und der Film Das Geheimnis der Bäume verführt, wieder mal in den Wald zu gehen oder wie ich in ihn zurückzukehren. Es muss ja nicht immer gleich ein Regenwald in den Tropen sein. Auch Deutschland hat wunderschöne Wälder, wenn auch stark vom Menschen beeinflusst, was nicht unbedingt ein Nachteil sein muss. Schließlich engagieren sich viel Menschen für den Wald bei uns. Also ab ins Kino oder noch besser in den Wald. Und immer daran denken, so wie Ihr den Wald in einem Moment seht, so seht Ihr ihn nie wieder.


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