bogobrush

Biologisch kompostierbare T-Shirts von Trigema haben wir schon vorgestellt und biologisch abbaubare Schuhe von Oat Shoes, bogobrush strebt Kompostierbarkeit für Zahnbürsten an.

Das Problem mit den Zahnbürsten

Allein in den USA werden jährlich über 450 Millionen Zahnbürsten weggeworfen. Das dürfte auf die Welt gerechnet, dann locker über 1 Milliarde Zahnbürsten sein bzw. Wechselköpfe für die elektrischen Zahnbürsten. Bogobrush möchte genau dort ansetzen. Warum sollte eine Zahnbürste nicht weggeworfen werden? Wenn sie kompostierbar ist, stellt das überhaupt kein Problem dar. Nun ja Probleme treten trotzdem auf, aber zumindest sind ein paar Tausend Tonnen weniger Kunststoffmüll in der Umwelt.

Bogobrush stellt noch keine 100% abbaubare Zahnbürste her. Aber nach dem Motto von Kermit: Es ist nicht leicht grün zu sein, arbeitet das Team von bogobrush daran. Das Problem stellen die Bürstenhaare dar, die auch bei anderen biologisch abbaubar produzierten Zahnbürsten noch aus Nylon sind, genauer aus Nylon Tynex, einer Softnylonart, die zudem noch nicht so kommerziell verfügbar ist wie für Zahnbürsten notwendig. Nylon wurde übrigens zuerst für Zahnbürsten verwendet und fand erst später für Nylonstrümpfe Verwendung. Nylon ist nicht leicht abbaubar und überdauert. Deshalb ist die vorübergehende Lösung des bogobrush-Projektes, das Trennen der Nylonbürsten aus der Halterung bevor die Halterung weggeworfen werden kann. Die Halterung ist aus Bambus. Mir kommt jetzt unwillkürlich die Frage, warum dann nicht generell wie schon häufig üblich, austauschbare Bürstenköpfe, die recycelbar sind, kreieren. Leider sind die meisten Zahnbürsten nicht derart gestaltet und wahrscheinlich sind die meisten von uns zu bequem, die Köpfe auszutauschen, oder finden es unhygienisch. bogobrush arbeitet deshalb an einer Lösung.

bogobrush toothbrush

Die soziale Ader von bogobrush

Das Projekt möchte zudem sozial agieren und stellt für jede gekaufte Bürste eine weitere Bürste Ausgeschlossenen zur Verfügung. Jeder der sich also die Zähne putzt kann an den anderen Menschen denken, der sich nun ebenfalls die Zähne putzen kann. Außerdem möchte bogobrush mit Organisationen kooperieren, die ebenfalls dem Gesundheitswesen in den USA auf die Sprünge helfen möchten. Ich werde übrigens in Zukunft nicht mehr Bedürftige oder Hilfsbedürftige sagen, denn Armut und soziale Ungleichheit sind kulturell erzeugt und deshalb Ausgeschlossene oder Exkludierte sagen. Das spricht die Problematik besser an und drückt nicht so sehr auf die Mitleidsknöpfe, sondern eher auf das Gerechtigkeitsempfinden. In den USA haben nämlich 80 Millionen Menschen keinen Zugang zu angemessener Zahnmedizin. Das ist ein Viertel der US-amerikanischen Bevölkerung. Nun sind wir nicht in den USA und ich glaube auch nicht, dass es Sinn macht Zahnbürsten aus den USA zu bestellen. Allerdings kann dieses Projekt als zündende Idee verwendet werden, um ähnliche Projekte zu starten.

Falls jemand doch in den USA unterwegs ist, kann er sich beteiligen und für die erste Charge sorgen, indem er schon eine bogobrush bestellt und damit bogobrush bei der Finanzierung hilft.

Fotos: bogobrush


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