BOOMBUZ kompostierbare Schuhe

In der Reihe, Schuhe, die die Welt noch braucht, stellen wir heute BOOMBUZ vor. Gerade auch, weil die Sonnensaison wohl vor der Tür steht, wenn man raus geht.

BOOMBUZ stellt nicht einfach profane Badelatschen, Flip Flops oder Zehenstegpantoffeln zum Baden her, sondern vollständig abbaubare Flips, Zehensteglatschen oder Badepantoffeln.

BOOMBUZ war eine neue Marke aus Österreich. Gesehen habe ich sie zum ersten Mal auf der Ethical Fashion Show vor zwei oder drei Jahren. Die Gründer hatten zum Ziel dem modernen Markt für Fußbekleidung nachhaltige Impulse zu geben. Eine Weltneuheit, Badepantoffeln aus natürlichen und schadstofffreien Materialien, biologisch abbaubar zu 100%! Normale Nutzungszeiten wie für herkömmlich produzierte Substitute sind inbegriffen.

Heute bei der Recherche bin ich wieder über BAMBOOZ gestolpert. Ich habe nach ökologisch korrekteren Schuhen gesucht. Umso verwunderter die Information, dass die BOOMBUZ – Forschungs-, Entwicklungs- und Vertriebs-GmbH Geschichte ist. Genaue Ursachen kenne ich nicht.

Ehrlich gesagt war ich damals auf der Ethical Fashion Show skeptisch, denn ich war der Meinung, warum Schuhe produzieren, die unsinnig sind, also von vornherein reiner Luxus sind. Weil ich persönlich Flip Flops schon immer unpraktisch finde. Das ist natürlich sehr subjektiv. Selbstverständlich begeistere ich mich aber genauso für kompostierbare Schuhe. Und das Produkt ist wirklich gut. Außerdem sind wir trotzdem anscheinend auf diesen Luxus angewiesen.

Jetzt gab es keine Interessenten bzw. Abnehmer oder Käufer für BOOMBUZ Badepantoffeln? Oder hat der Vertrieb nicht funktioniert? Die Welt ist noch immer nicht bereit für kompostierbare Schuhe? Herb, ein Massenprodukt, was besser ist als jedes andere seiner Art, funktioniert nicht am ominösen Markt, der petrochemischen Müll günstiger anbietet. Bei einem Händler, der BOOMBUZ-Produkte führte, erfuhr ich, dass die letzten BOOMBUZ Flips schon weg seien. Vorstellen kann ich mir auch andere Ursachen, die aber keine Rolle mehr spielen.

Ich hoffe, nur dass kein Konkurrent die Verwertungsrechte von BOOMBUZ schluckt. Das ist nämlich das große Dilemma, eine kritische Masse von Konsumenten muss bewusste sein und auch Zugriff auf ökologische Produkte haben sowie die Möglichkeit einen höheren Preis zu zahlen. Von der Materialseite gedacht, steckt man entweder Geld in Forschung und Entwicklung und ist damit auf Hilfe von Außen angewiesen, sprich auf Kredite oder nutzt lokale Ressourcen, ergänzt mit Know-how, das allgemein verfügbar ist. Lokale Ressourcen (Hanf z.B.), traditionelles (e.g. Flechterei) und auch viel aktuelles Know-how (dezentrale Energie- und IT-Anwendungen) sind verfügbar, in dem Sinne, dass sie eigentlich leicht und kostengünstig angepasst werden können. Allerdings erst, wenn lokale Kreisläufe unabhängig von den Massenproduzenten sind, die wiederum nur billig anbieten können, weil die fossile Energie so lange scheinbar billig war und wenige sich den Zugriff darauf gesichert hatten. BOOMBUZ hat einen Markteintritt gewagt, der sich direkt mit den petrochemischem Müll misst, und hat verloren. Warum auch immer genau. Aber Material und Wissen von BOOMBUZ gibt es noch. Ich bin sehr gespannt, wann es wieder auftaucht.

Es ist ziemlich schade, wenn Unternehmer, die das bessere umweltgerechtere Produkt anbieten, in unserer Wirtschaft nicht existieren können. Spinnen wir den Gedanken jedoch kurz weiter und nehmen an, wir hätten eine Freigabe der BOOMBUZ-Patente vorliegen. Was könnte passieren?

Bild: BOOMBUZ

 

 


Subscribe to comments Both comments and pings are currently closed. |
Post Tags: ,

Browse Timeline


Comments are closed.


© Copyright 2007 GREENDELICIOUS . Thanks for visiting!