Wunderwerk Jeans InfoOffensive Kommunikation

Wunderwerk ist ein weiteres Fashion-Label, das sich der Fashion verschrieben hat und Nachhaltigkeit als selbstverständlich in sein Design-Konzept integriert. 100 % nachhaltig schrieb mir die PR-Managerin von Wunderwerk.

Okay. Ich persönlich würde mich nicht als 100% nachhaltig bezeichnen und auch mein Unternehmen nicht, da es sich um ein komplexes Thema handelt. Jeder definiert sich und seine Nachhaltigkeit anders als der Nachbar. Aber der Wille zählt und Start-ups mit nachhaltigen Ambitionen sind immer eine Unterstützung wert. Wunderwerk wurde 2012 von Heiko Wunder und Tim Brückmann gegründet. Heiko Wunder hat mich auch persönlich angerufen, als ich die PR-Frau nach einer PR-Info fragte. Und mich eine drei viertel Stunde mit Infos bombardiert. Leider gibt es oft das Problem in der PR für grüne Produkte oder Unternehmen, dass die PR und Werbung inhaltlich etwas zu kurz kommt. Aus dem einfachen Grund, dass weniger Geld zur Verfügung steht und die Macher bzw. Unternehmensgründer eine Symbiose aus sozioökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit anstreben. Wunderwerkes Kollektionen sollen visuell zum Kauf anregen, müssen wie die meisten anderen grünen Designer aber auch eine Menge ökotextiles Know-how berücksichtigen. Das ist nicht trivial, da ambitioniertere Designer nicht die vorhandene mittlerweile zu Recht seit Jahren in Verruf geratene Infrastruktur der konventionellen Textilindustrie nutzen möchten und oft auch einfach nicht können. Denn wie soll man in Fertigungsprozessen, die konventionelle Firmen wie Vero Moda, H & M und andere Branchenriesen bedienen, ökologisch und sozial korrekte Ware herstellen? Die Branchenersten, aber gewiss nicht -grünsten klopfen dafür mit Gewalt auf die Marketingklaviatur und blasen jeden kleinen grünen Klecks zu Planetengröße auf, sodass Henri Poincaré seine Freude daran hätte. Und wie viele Fans grüner Mode enttäuscht, wäre auch er, wenn er genauer hinsehen könnte.

Wer Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil seiner Produkte betrachtet, möchte neben diesem wichtigen Verkaufsargument natürlich als Designer ebenso visuellen Ansprüchen gerecht werden. Das wird auch bei Wunderwerk großgeschrieben. Ich habe ein T-Shirt von Wunderwerk mit einem stilisierten Großkatzenkopf bekommen. Der Stoff ist sehr fein und leicht, fällt super und kühlt angenehm, wenn ich nicht gerade im Workout bin. Das Motiv gefällt mir ebenfalls, dass Tiger, indischer Löwe, der asiatische Unterarten des Leopards inklusive Amurleopard und andere Unterarten der Gattung Panthera vom Aussterben bedroht sind, weniger. Deshalb steht darunter auch Red listet, sehr löblich und cool. Denn so kann ich meine Umwelt jetzt mit meinem T-Shirt aufklären, weil ich hoffe, darauf angesprochen zu werden (Was mir noch nicht passiert, außer das jemand nach dem Begriff Red listet fragte.) und nicht selbst das Gesprächsthema darauf bringen muss. Denn ich unterhalte mich gern über Tiere. Und es ist derzeit mein Lieblingsshirt und ich werde meine alten, sobald es nötig ist, gegen ein paar Wunderwerke tauschen. Oder die Menschen bemerken es und denken einfach drüber nach oder auch nicht. Ich laufe lieber mit einem lässigen T-Shirt ökologischer Provenienz herum, als mich mit konventionellen Kleidungsstücken auch kognitiv zu belasten. Ich leide unter dem ökologischen Panoptismus.

Ernsthaft, Wunderwerk verbraucht pro Jeans 10 Liter Wasser in der Produktion. Ich kann es kaum glauben und muss mich einmal genauer informieren, auf welcher Basis die Bilanzierung erfolgt. Normalerweise werden bei der Jeansherstellung bis zu 200 Liter Wasser pro Hose verbraucht, lt. Wunderwerk. Deshalb mache ich demnächst ein Interview mit Heiko Wunder. Hier erst mal ein paar Bilder von Wunderwerk.

 


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