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Drei Zentimeter lang ist die durchschnittliche Kliffhonigbiene (Apis dorsata laboriosa). Sie ist eine Unterart der Riesenhonigbiene (Apis dorsata). Die Wabe ist ca. 80x100cm groß und unter Umständen weit über 60 Kilogramm schwer.

Die Kliffhonigbiene

bewegt sich in Höhen bis 4100 Meter. Ihr Verbreitungsgebiet ist der nördliche Himalaya, vorwiegend Nepal und Tibet. Der rote Honig, den Kliffhonigbienen im Frühjahr produzieren, ist je kg mindestens 50 US-Dollar wert. Das führt dazu, dass Kliffhonigbienen seltener werden. Wie überall lockt die westliche Konsumorientierung. Nach Dingen, die wir nicht brauchen. Niemand, außer den Menschen in der unmittelbaren Umgebung braucht extralokal Honig der Kliffhonigbiene zum Verzehr und andere althergebrachte Nutzmethoden.  Aber irgendwelche Menschen glauben bekanntlich, mit Geld ließe sich Gesundheit kaufen. Stimmt sogar, ohne zynisch werden zu wollen. So schwinden die Populationen, der auch Felsenbiene genannten, weltgrößten Bienenunterart. Viele Völker der Felsenbiene wandern zwischen Sommer- und Winterstandorten. Pestizide an den Winterstandorten in geringerer Höhenlage tragen neben der Übernutzung durch Honigraub, dabei wird die gesamte Wabe vom Fels geschlagen, zum Schwund der Felsenbienen bei.

Das bedeutet natürlich einen Verlust an pflanzlicher Diversität und damit allgemein an Biodiversität. Gerade in höheren Lagen der Sommermonate bestäubt die Felsenbiene viele Pflanzen, die von den anderen Tierarten bzw. anderen Unterarten von Apis dorsata nicht frequentiert werden. Denn zwischen den Unterarten in den tieferen Lagen und der Felsenbiene findet kaum ein Genfluss statt, sodass einige die Felsenbiene als eigenständige Art sehen.

Ein Nest kann bis über 60 kg Honig enthalten. Zum Vergleich Apis mellifera, die westliche Honigbiene produziert 20 bis 30 kg pro Jahr und Volk, je nach Alter und Standort. Drei Sorten Honig werden unterschieden, der schon erwähnte rote Honig der höheren Lagen im Frühjahr, der Honig der mittleren und niedrigen Lagen im Frühjahr und der Herbsthonig aus jeder Lage.

Grayanotoxine

(Strukturformel siehe Abbildung oben) sind im roten Honig enthalten. Den roten Honig produziert nur die Felsenbiene. Die Grayanotoxine stammen von Rhododendrenarten und wirken berauschend, in zu hoher Konzentration verursachen sie auch unangenehme Symptome wie jedes Rauschmittel. Außerdem wird ihm sexuelle Potenzsteigerung zugeschrieben. Alternativen gibt es hier heute genug (Phosphodiesterase-5-Hemmer, auch Viagra genannt, in diversen chemischen Formen.). Der rote Honig wird von den Honigsammlern wegen seines hohen Wertes verkauft, er erzielt das Fünf- bis Sechsfache des normalen Honigs bei uns. Je seltener er wird, desto teurer wird und so heizt der Nachfragepreis die Ausbeutung der Felsenbienen an. Absatz findet der rote Honig vornehmlich in Japan, Korea, Hong Kong. Früher gab es ähnliche Honigsorten auch am Schwarzen Meer, Mad Honey, ebenfalls von Rhododendrenblüten und teils als biologische Waffe eingesetzt.

Lokale Übernutzung überregionaler Bedürfnisse

Die Kliffhonigbiene ist weit weg heimisch. Warum sollte ich Honig nicht besser aus nicht lokalen Standorten konsumieren? Es gibt selbst in unseren Breiten genug verschiedene Honigsorten, die ausgezeichnet sind. Veganer haben strengere Vorstellungen, zumindest die Moralisten unter ihnen. Gesund ist der Honig allemal, da Bienen die gesammelten Pollen reinigen und so Unreinheiten beseitigt sind. Bienen sind quasi biologische Filter, ohne die Bienen zu sehr funktionalisieren zu wollen. Für die Veganer aus gesundheitlicher Motivation heraus also kein Grund Honig in Maßen zu vermeiden. Zumal ich auch über Pflanzen und Fühlen philosophieren kann. Der einzige sinnvolle Grund sind die Energie- und damit Ressourcenentlastungen.

Warum also keinen Honig essen? Tragischerweise hätten die Imker dann weniger Motivation sich um die Bienen zu kümmern (Und es gibt genug ehrenamtliche Arbeit, die unsere Gesellschaft scheinbar nicht braucht. Ist ja nicht ökonomisch genug.). Solitäre Bienen haben es schwer genug mit der Fragmentierung und industriellen Kultivierung unserer Landschaft. Eusoziale Bienen leiden darunter genauso, haben aber den Vorteil einer Gewinnaussicht beim Imker. Jeder hat mit Sicherheit schon vom Bienensterben gehört und der Nachteil ist, wenn man viele Bienenvölker auf kleinem Raum hält, plus Monokulturen, dass Krankheiten sich besser ausbreiten können. Imker erkennen aber so besser Muster beziehungsweise Ursachen der Misere um die fleißigen Bienen. Andersherum könnte man auch sagen, warum nicht die Bienenvölker um ihrer selbst und der pflanzlichen und damit auch tierischen Artenvielfalt willen hegen und pflegen. Wir halten uns ja auch Politiker und Milliardäre, die vor allem sich selbst nutzen und selten der Allgemeinheit, geschweige denn der Artenvielfalt. Nicht umsonst haben Zombie- und Vampir- und Seuchenfilme Hochkonjunktur. Der globale Einheitsbrei macht einem schon ein bisserl Angst, gell? Ignorieren und Verdrängen hilft nur bedingt, da das Thema immer wieder auftaucht und wer etwas dagegen unternimmt, fühlt sich mit Sicherheit besser, als stetig mit Unwissen in eine Diskussion einzusteigen, die uns alle betrifft.

Zwang zur Notwendigkeit

Es geht also weniger ums Wollen als um das Müssen. Denn natürliche, also unberührte Landschaften gibt es kaum noch. Diese wiederherzustellen wird mehr als schwierig, mal vom mangelnden Willen der Allgemeinheit abgesehen. Also müssen wir uns zwangsläufig auf die Kulturlandschaften und die darin enthaltenen Artengemeinschaften stützen und stürzen, um nicht noch weitere ökosystemische Minenräume zu erhalten.

Mehr gibt es hier.

Abbildung: Wikipedia


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