Feine Hüte Stefan

Kaffee ist ja sehr beliebt bei den Deutschen. Ich bin übrigens auch ein Opfer der enthaltenen Adrenalinsurrogate. Manchmal komme ich Wochen ohne aus und oft  schaffe ich es, weniger als einen halben Liter am Tag zu trinken. Mein großes Laster also. Wo Kaffee verwendet wird, wird er als Bohne verkauft und damit in Säcken verschifft. Feine Hüte ist ein Unternehmen aus Berlin Kreuzberg mit einer Coffee to go – Kollektion von adretten Kopfbekleidungen aus ausgemusterten Kaffeesäcken.

Stefan, der Herr auf dem Foto ist der Hutmacher und er trägt natürlich einen Kaffeesackhut, genauer einen Porkpie. Getroffen habe ich seine freundliche Tochter Miriam mit einer Menge Jutesackkopfbedeckungen auf der Ethical Fashion Show in Berlin.

Kaffeesäcke fallen in nicht geringen Mengen an. Interessanterweise kann man oft Kaffeesäcke in den Kaffeeröstereien kaufen. Feine Hüte nutzt Kaffeesäcke aus Jute, um Eindruck beim Betrachter zu wecken. Und Jutefasern werden interessanterweise ebenfalls durch Rösten gewonnen. Jute ist nach Baumwolle die wichtigste Naturfaser. 10 bis 12 Millionen Menschen, Kleinbauern leben vom Anbau. Da Jute mengenmäßig alle technisch genutzten Naturfasern dominiert, beeinflusst sie maßgeblich die Preise der anderen Naturfasern. In jüngerer Zeit kamen eine Fülle neuer Produkte mit hoher Wertschöpfung für Jutefasern auf den Markt. Ob als Heimtextilien, Verbundwerkstoffe, Geotextilien, Papier, technische Textilien, Chemieprodukte und Modeartikel steigerte sich die Nachfrage nach Jutefasern. Indien nutzt Jute besonders für Verpackungen und die Chinesen schätzen Jutefasern für Verbundwerkstoffe.

Diverse Faktoren führten zu höheren Jutepreisen im Jahr 2011 und somit ist es wenig verwunderlich, dass Feine Hüte lieber aus Kaffeesäcken Hüte herstellt, als teure Rohstoffe zu kaufen. Upcycling eben. Feine Hüte fertigt auch klassische Kopfbedeckungen aus anderen Restbeständen. Das Innenfutter ist aus Baumwolle und die ist nicht aus kontrolliert biologischem Anbau. Auch eine Zertifizierung ist bisher nicht dabei. Ist auch nicht notwendig, wenn man offen seine Produktkette aufzeigt. Zertifizierungen sind letztendlich Protektionismus und teuer für ein kleines Unternehmen. Feine Hüte bietet auf mittelfristige Sicht also viel Potenzial. Unikate sind es wie immer beim Upcycling. Apropos Upcycling, Upcycling Deluxe aus Berlin vertreibt die feinen Hüte aus Kaffeesäcken. Upcycling Deluxe haben wir ebenfalls schon vorgestellt. Die Hüte und Mützen kosten 39 bis 59 Euro. Dabei sind diverse Schnitte wie Panama-Hut, Trilby, Porkpie und Basecaps, Schieber und andere. Jute ist übrigens auch als Mütze oder Hut wieder recycelbar, und falls die Fasern den Geist aufgeben, zerlegen Feuchtigkeit und viele nützliche Mikroorganismen die Reste Eurer Kopfbedeckung. Also wer gern Hut trägt, Feine Hüte und Upcycling Deluxe haben mit Sicherheit nichts dagegen.

Bild: PR Feine Hüte


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