Nach gefühlten 12 Stunden heute vor dem Rechner fehlte mir etwas. Aus Faulheit Laufen zu gehen, machte ich einfach hundert Burpees und bin nun wieder Teil meines Ganzen. Und nicht ganz zufällig stieß mir heute beim Lesen eines Buches, das Holon in den Kopf, trotz meiner schnellen Reflexe. Als opportuner Wortfetischist konnte ich nicht umhin, das Holon genauer zu beäugen. Ein Holon ist Teil des Ganzen, aber irgendwie auch nicht.

Erklärungsversuche finden sich zuhauf, allen voran von den Elementarteilchenphysikern. Elementarteilchen bilden die Grundlage für Elektronen und Protonen, die bilden Atome, Atome bilden Moleküle, Molekülgemische mit einer sehr hohen Zahl an Molekülen sind Phänomene, die wir sehen können. Diese Zusammenfassung zu immer größeren Einheiten nennt sich dann eine Holarchie. Höhere Holonebenen sind bedeutender, niedrigere grundlegender. Was für Atombausteine und Moleküle unmittelbar Sinn macht. Abstrakt lässt sich jedes Holon gut verarbeiten, qualitativ.

Da ich immer geneigt bin, meine grüne Brille auf der Nase zu behalten, macht es mehr Sinn ein Holon aus ökologischer Perspektive zu bewahren. Denn einem Holon wird die Tendenz zugeschrieben sich als Ganzes zu erhalten, ohne seine Teilheit zu einem anderen Ganzen aufzugeben. Wie eine Zelle ihre Funktionen aufrechterhält und doch Teil eines Organs ist. Absolut genommen gibt es nichts Ganzes und keine Teile in biologischen Phänomenen, aufgrund der Koevolution. Es muss als Teil und als eigene Einheit funktionieren, ohne Wechselwirkung evolviert aber überhaupt nichts.  Ein Teil eines Ganzen muss funktionieren, im Alltag der Evolution. Da ist keine Zeit für Produktentwicklung und Serienreife. Was nicht funktioniert ist raus aus dem Spiel.

Was nicht heißt, dass diskrete Teile funktionieren, sondern eine Holonklasse ist funktional zum höheren Holon. Zum Beispiel kann ein Ast eines Baumes nicht mehr funktional für den Baum sein, wenn er abgesägtist. Die Holonklasse Äste bildet aber weiterhin die Krone von Bäumen und hier konkret eines Baumes.

Der Begriff Holon ist folglich hybrid. Du bist Teil einer sozialen Gruppe, einem höheren Holon. Aber Du bist auch ein Holon, aus vielen Lebensformen zusammengesetzt. Aus Deinen Organen und den Bakterien und anderen Mikroorganismen, die mit Dir leben. Schätzungsweise 2 Kilogramm sind es. Vielleicht kannst Du auf ein paar Milliarden verzichten. In der Regel macht es Dich aber eher krank.

Wenn die Moleküle einer Pflanze nicht mehr existent sind, existiert die Pflanze nicht mehr. Aber Atome können immer noch vorhanden sein. Das bedeutet, dass Teile eines Ganzen unter Umständen weiter existieren, aber wenn man der Pflanze die Chlorophyllmoleküle in der Vegetationsphase nimmt, wird sie sterben, wenn sie nicht über umfangreiche Sicherungen verfügt, wie z. B. Speicherorgane, und dann wieder Chlorophyllmoleküle bilden kann. Vorausgesetzt die entsprechenden Moleküle sind verfügbar.

Genauso verhält es sich mit uns. Wir können eine Zeit ohne Pflanzen und andere Lebewesen überdauern. Aber da wir Teil eines viel höheren Holon in einer Holarchie sind, der Biosphäre, das aus allen anderen Teilheiten besteht, mit dem ganzen Interieur an Lebewesen, das in Koevolution mit uns entstand, wird die Biosphäre in der für uns geeigneten Form nicht fortbestehen. Ohne die anderen Lebewesen. Leider denken die meisten Menschen noch mechanistisch und viele lassen es sich auch anerziehen, zusammen mit einer Entsolidarisierung durch Technologie und vermeintlicher Unabhängigkeit durch Geld.


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