Politische Ökologie Peak Soil

In der Reihe politische ökologie vom oekom Verlag erschien dieses interessante Heft „Peak Soil – Die unterschätzte Krise der Böden“. Und ich muss sofort an Verschlüsselungsalgorithmen denken. An John von Neumann, an Werner Heisenberg und Erwin Schrödinger sowie Kurt Gödel.Dabei habe ich allenfalls rudimentäre Mathematikkenntnisse und nur ein Basiswissen in Physik und vielleicht leicht überdurchschnittliche Ahnung von Informatik.

Unser Boden, auf dem wir stehen, ermöglicht uns das Leben. Leider treten wir ihn mit Chemie, überall, an den falschen Orten, mit größenwahnsinnigen Mengen, in schwachsinnigen Konzentrationen.

Janos Neumann, vertrieben durch die Nazis aus Europa, bewies die nützliche Äquivalenz von der schwierig zu handhabenden Matrizenmechanik Heisenbergs und der eleganten, auch für Nichtgenies nutzbaren Schrödingergleichung.  Leider nutzt uns das nichts bei den Böden. Durch unsere fortschreitende Degradation, Desertifikation und Infertilisation von Böden wird es uns wie bei allen Umweltwissenschaften mit unbegreiflich für uns großen Zahlen unmöglich, einen natürlichen Zustand unserer Böden anzugeben. Unsere Deskriptoren folgen der anthropogenen sich selbst verschlüsselnden Realität. Unlösbar, selbst für Quantencomputer. Und so lange wir den aktuellen Paradigmen wie Wachstum und Geldschöpfung ex exponentia folgen, können wir nicht einmal mit höheren Ordnungen der Mathematik argumentieren. Da diese nicht zu beweisen sind.

Höhere Ordnung von Mathematik in Bezug auf die Böden ist die Permakultur oder jahrhundertealte Subsistenzwirtschaften. Sie haben über Jahrhunderte Unwesentliches weggelassen. Leider denken unsere „führenden“ Volkswirtschaftler und Betriebswirtschaftler nicht in Qualitäten, sondern in mechanistischen Quantitäten. Sie sind bei Descartes hängen geblieben. Die Aufklärung hat versagt und die marketingaffinen Softwaretheologen verdichten die Oberfläche.

Kurz, wer verständlich in kurzen, sehr guten Artikeln über die Probleme unserer Erden lesen möchte, der versucht an dieses Heft zu kommen oder nutzt andere interessante Quellen. Nicht umsonst ist Landgrabbing in allen Formen up to date. Mit Geld, das es eigentlich gar nicht gibt, wird die Realität, unsere Landflächen samt biologischer Ressourcen, übereignet.

Peak Soil behandelt die Geschichte, Kunst und Naturwissenschaft der Böden. Und zeigt auf, was der Boden alles kann und ist, für uns.

Er speichert Treibhausgase, wie z. B. die Torfschichten, die unter Umständen zu Quellen von Emissionen werden. Er ist Wasserspeicher und -puffer. Damit hilft er gegen Überschwemmungen und gegen Austrocknung. Er produziert immens viel Biomasse. Die Biodiversität von Mikroorganismen ist gewaltig und die Genreserven dort nicht abschätzbar. Folglich ist er auch Nährstoffspeicher durch seine Eigenschaft als Lebensraum. Er filtert unser Wasser. Als Lagerstätte wird leider zu oft missbraucht, obwohl er für viele Ressourcen als Depot durchaus geeignet ist. Er ist die Grundlage unserer Infrastruktur. Ein Archiv für die Vergangenheit und Aktualisten sehen in ihm den Schlüssel für die Zukunft. Obwohl das wohl jedem klar sein sollte.

Das Heft  ist leider vergriffen.

politische ökologie119: Peak Soil. Die unterschätzte Krise der Böden. Mit Beiträgen von G. Bachmann, G. Broll, W. Blum, P. Clausing, C. Opp, S. Lazar u.v.m.,
72 S., 14,90 Euro/26,90 sFr., ISBN 978-3-86581-225-4

Bild: PR oekom Verlag

 


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