XYZ CARGO - explosion

 

Schon einen Moment her, fast ein Jahr, dass ich auf der Berliner Fahrradschau XYZ CARGO gesehen habe. Das Konzept entspricht der Maker-Mentalität oder besser Selbermachen erzeugt mehr Lebensqualität.

XYZ CARGO bietet Workshops an. Mal in Kopenhagen, mal in Hamburg wie auf der letzten Altonale. Das Konzept basiert auf den XYZ Spaceframes Vehicles von N55 ins Leben gerufen. N55 ist ein Open Source Projekt und unterliegt den Creative Commons Bestimmungen. Für Menschen, die zusammenarbeiten möchten, Räume teilen zum Leben, Wirtschaften und für die Produktion. Teilen heißt für die Creative Commons kopieren und verteilen in jedem Medium oder Format und Adaptieren, also mixen, transformieren und auf dem Material aufbauen. Kurz und bündig, Du bist verdammt frei Dich kreativ auszutoben ohne irgendwelche Lizenzen, Patentrechte usw. zu verletzen, wenn Du nicht einen Haufen Geld damit machst und XYZ immer fein erwähnst.

Ich stehe Open Source nicht mehr so positiv gegenüber wie ursprünglich, da zu viel ursprüngliche Open Source Projekte für Oligopole oder Monopolstellungen im Nachhinein ausgenutzt werden. Das ist auch mein einziger Kritikpunkt. Technologische adaptive Radiation hat für mich frei zu sein, unter Berücksichtigung lokaler Bedürfnisse, sprich Anpassung an lokale Ressourcen. Was auch bedeutet, ab und an auf bestimmte Technologien zu verzichten. Warum soll Technologie nicht nur Ressourcen angepasst bestehen? Muss ich meine Idee quantitativ aufblasen und in etwas hineinpressen, wo eine Umsetzung meiner Idee einfach nicht notwendig ist? Warum sollte es nur autofreie Zonen geben? Warum nicht ebenso Elektronik freie Bereiche? Zeitliches und räumliches Weglassen, nicht nur optional zeitlich wie die vielen Dinge, die bei uns zuhause rumliegen und die meiste Zeit nur Ressourcen binden. Ist es nicht ein kultureller Anpassungsdruck, der zwingend dazu führt, dass verschiedene Menschen mit den gleichen Problemen ähnliche Ideen und Lösungsvorschläge haben? Warum also Kreativität verbieten?

Und das muss ich dazu einfach schreiben. Lasst Freihandelsabkommen nicht zu wie derzeit geplant. Die dienen nämlich nicht nur der Einschränkung von Nachhaltigkeit, sondern schaden der Kreativität, dem Zusammenleben durch eine Verfälschungs- bzw. Umdeutungsoption für viele täglich von uns genutzte Begriffe und Gegenstände. Und der Umdeutung für uns wichtiger abstrakter Begriffe, die auf der Handlungsebene menschlich sein erst zur wunderbaren Erfahrung kristallisieren.

Zurück zu XYZ Cargo und meinem Lieblingsthema, der motorlosen Fortbewegung mit dem Fahrrad in allen seinen Varianten, obwohl Ihr natürlich auch Motoren mit dem System verwenden könnt.

Was sind die Vorteile?

Lokale und faire Produktion: Der Fokus liegt damit ganz klar im Sozialen und dem nachhaltigen Umgang der Ressourcen. Okay, Aluminium ist schwer in der kleinen Hütte nebenan zu gewinnen. Aber bei Lebenszeitnutzung ökologisch sauberer als Vieles heute für den Müllberg produzierte.

Modularer Aufbau: Bolzen, rechtwinklige Konstruktion mit 3 D Werkzeugen im weitesten Sinne.

Adaptation und Wiederverwendung, nicht unbedingt für denselben Zweck ohne sich an starre Lösungen halten zu müssen, natürlich im Rahmen der Module.

Leicht zu reparieren und zu recyceln, nichts Geringeres als Lebenszeitnutzung wird angestrebt.

Denn das System ist so aufgebaut, dass keine nur unter hohen Kosten oder zerstörende Methoden angewandt werden müssen. Alles kann leicht einer Stoffklasse zugeordnet werden und so wieder als Rohstoff für andere Ideen dienen.

In Zeiten der Kritik an geplanter Obsoleszenz ist Qualität wichtig, bei einem bezahlbaren Preis, was uns auf das sozial angelegte Konzept zurückführt.

Ambitioniert ist das ganze XYZ Vision. Die Macher möchten wie viele andere auch die Welt verändern. Ich finde das ist ein ziemlich starkes Konzept und wer Argumente dagegen sucht, hat vielleicht schon die Augen zu, ohne dass ich wirklichen Blinden zu nahe treten möchte.

Alle Menschen soll es möglich sein, entsprechend ihren Mitteln und Möglichkeiten Bedürfnisse zu stillen. Natürlich arbeitet auch XYZ CARGO nicht ohne Kosten. Aber es geht nicht um maximalen Profit. Workshops werden angeboten für diejenigen, die Freude haben sich selbst ein Fahrrad für welche Zwecke auch immer zu bauen. Andere können auch fertige auf ihren Alltag zugeschnittene Fahrräder kaufen. Oder ihr baut Euch ein Bike wie Ihr es wollt, ohne irgendwelche Vorgaben von Know-how, nur das Material schränkt Euch ein wenig ein.

Alle fertigen XYZ CARGO sind lokal in Hamburg oder Kopenhagen hergestellt, handgemacht. Wer ein XYZ CARGO kaufen möchte kann es hier machen oder sich einfach informieren. Konstruktionszeichnungen für einen XYZ Einsitzer und XYZ Zweisitzer können hier frei runtergeladen werden. Die anderen Versionen der Lastbikes sind nicht downzuloaden, damit die Workshops bzw. fertigen Bikes auch Existenz absichernd sind für die XYZ-Macher.

Bild: PR XYZ Cargo

 


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