Fast fashion

SCHATTENSEITEN DER MODE

Dieses Jahr haben wir es im Januar leider nicht zur Berlin Fashion Week zum Greenshowroom und zur Ethical Fashion Show in Berlin geschafft. Glücklicherweise entkommen wir dem Thema Nachhaltige Mode nicht und damit ebenso wenig aktuellen und künftigen Perspektiven des status quo der Modeindustrie. Denn aktuell gibt es eine sehenswerte Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe zur Fast Fashion.

Die Ausstellung wirft den Blick hinter die Kulissen glamouröser Mode. Schnelllebiger Konsum verbunden mit Umsatz ist immer noch das Paradigma schlechthin. Ökologie ist schön, solange sie nicht den Gewinn in allen Preisklassen berührt. Oft neigt der Mensch zur Verzerrung, indem er seinen Blickwinkel und den der von ihm sozial bevorzugten Gruppen als Standard sieht oder sagen wir, mir geht es oft so. Das ist normal gut und hilft uns, lässt uns aber hin und wieder vernachlässigen, dass die Politik und so die des steuernden Lobbyismus entscheidend Gesetze und normative Regelungen beeinflussen. Der Detailkampf des Alltags verdeckt dann die politischen Möglichkeiten, die eben unseren Detailkampf beeinflussen, ohne dass wir uns dessen gewahr werden. Und genau dort setzt eine visuell geprägte Bündelung wie die Ausstellung „Fast Fashion“ an. Zusammenhänge aufzeigen und Wirknetze verständlich gestalten.

„Fast Fashion“ beleuchtet vom 20. März bis zum 20. September die Themenfelder unter folgenden Aspekten: Fashion & Victims; Mangel & Überfluss; Global & Lokal; Lohn & Gewinn; Kleidung & Chemie; Bekleidung & Ökologischer Rucksack. Einen Teil der Ausstellung nimmt das „Labor“ ein. Unter dem Stichwort Slow Fashion werden neue Fasern, Technologien und scheinbar neue Designansätze wie Recycling, Upcycling oder Zero Waste präsentiert. Das „Labor“ zeigt auf, wie ein ethisch vertretbarer Kleiderschrank von morgen aussehen könnte, und stellt die grundlegendste Frage: Welche Macht haben wir als Konsument? Wie tief können wir unser Bewusstsein real und folgerichtig funktional ökologisch einbetten?

Fast Fashion ist laut PR die erste Ausstellung, die sich umfassend, differenziert und kritisch mit dem Kreislaufsystem Bekleidung auseinandersetzt. Methodisch schließen sich erstmals unterschiedlichste Fachleute aus Theorie und Praxis zusammen und sich damit gemeinsam mit ökologischen, ökonomischen, ethischen, sozialen und gestalterischen Aspekten auseinandersetzen. Die Ausstellung kondensiert das komplexe Thema für eine handlichere Diskussion und schafft eine nachvollziehbare visuelle Ordnung. Mode ist ein gesellschaftliches Regelungssystem ganz eigener Art und gilt als Schrittmacher des sozialen Wandels. Vor diesem Hintergrund möchte das MKG dazu anregen, sich engagierter mit den Themen Mode und Konsum und den sozioökonomischen und ökologischen Folgen zu beschäftigen. Sie liefert dazu aktuell recherchierte Informationen und Hintergründe, die in einer eigens für die Ausstellung entworfenen Szenografie präsentiert werden. Der Parcours führt die Besucher durch den ganzen Konsumprozess vom Laufsteg über Fotostudio zu Litfaßsäule und Schaufenster bis zur Umkleidekabine.

Bild: PR MKG


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