Lesen kostet ja bekanntlich mehr Zeit. Deshalb vielleicht hier ein 90 minütiger Film zum Thema Bioware. Da ich mich jetzt ja vegan ernähre, schaue ich genauer hin und bin wieder latent wütend über die seltsamen und verlogenen Strukturen, auch in der Bio-Industrie.

Das Problem ist nämlich, dass ein so großer Markt wie der Bionahrungsmittelmarkt, ein Nachfragemarkt, natürlich Investoren anlockt, was letztendlich in Landraub im Osten wie Mecklenburg und Brandenburg, Polen, Ungarn und Rumänien beispielsweise, Pseudozertifikaten und erkauften Zertifikaten mündet. Die Preise für das Land sind durch Strukturschwäche, teils historisch, aber größtenteils durch falsche Politik über Jahrzehnte, im Keller.

Das Schlimmste aber ist missbrauchtes Vertrauen durch Anonymisierung der Landwirtschaft über Großgrundbesitzer bzw. -pächter. Vertrauen, das mein täglicher Nachbar in langer Kooperation auf dem Dorf mit seinen Nachbarn aufbaut. Den gibt es aber nicht mehr, da er in der Stadt arbeitet und den Druck effizient zu produzieren für uns urbane Massen weiter erhöht. Angeblich ist das in erweiterter Selbstversorgung und Direktverkauf durch Kleinbauern nicht möglich? Solange aber die Handelsketten den Einkauf- und Verkaufspreis diktieren, ist auch die biologische Produktion wie schon jetzt zum Scheitern verurteilt, weil sie sich eben den industriellen, kapitalistischen Strukturen ergibt. Und dann stellen natürlich auch Studien kaum Qualitätsunterschiede fest zwischen konventionellen und der bioindustriellen Landwirtschaft. Denn die EU-Normen für konventionelle und Bio-Landwirtschaft legen, welch Wunder, Leute in Brüssel fest. Zertifizierungen sind industriell geprägt, da natürlich ein Verwaltungsapparat versorgt werden muss, der preislich von Kleinproduzenten nicht zu bedienen ist oder sagen wir mal, wahrscheinlich nicht bedient werden soll, um ein entsprechendes Zertifikat zu bekommen. Aber es ist eben einfacher ein Zertifikat oder ein Label zu erkennen als sich mit dem täglich Gegessenen auseinanderzusetzen.

Leider muss man sich Zeit nehmen, um das ganze Ausmaß zu erkennen und vielleicht etwas zu ändern. In der Informationsgesellschaft ist es nämlich so, dass Informationen die einzigen Argumente sind gegen Verdummung und überpräsentem Medienbeschuss.

Was kann und müsste sich ändern?


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