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Heute wieder mal eine grandiose Schlagzeile. Ökonomisch gesehen sind die Ozeane 24 Billionen Dollar wert. Und gleich werden Vergleiche mit Wirtschaftsnationen gezogen.

Laut Umweltschützern. Ozeane als Wirtschaftsnationen. Dürfen die sich auf die Genfer Konvention berufen und haben sie einen Sitz bei den Vereinten Nationen? Und was für Freihandelszonen existieren? Und die WWF-Umweltschützer schieben gleich nach, mit einem unsinnigen Terminus, denn die marine Wertschöpfung ist bedroht. WOW.

Brillant. Ein  bisschen Panik erzeugen, ablenken vom eigentlichen Problem und für die eigene Bedeutung sorgen. Der WWF ist letztlich nur ein Umwelt-PR-Konzern, der kritischeren NGO das Wasser öffentlichkeitswirksam abgräbt. Teile und herrsche.

Aber der Nase nach. Die Wertschöpfung ist in Gefahr. Wer schöpft da was und wo und wann und wie und warum? Das, was da geschöpft wird, ist schon da und wird massiv reduziert. Wer? Das ist eine schwierigere Frage, aber ich mache es mir einfach und sage der Konsument. Nein, der Prosument. Denn wir vermüllen ja systematisch unsere Ozeane. Nein, falsch, der Müll ist ja Kondensationskeim für schwimmende biobesetzte Kunststoffinseln. Also sind wir Produzenten, da ja für uns die ganzen Kunststoffe produziert werden und unsere Kaufkraft erzeugt einen Angebotsdruck für die Produzenten. Die müssen natürlich in Asien und anderswo zusammengewürfelt werden, damit wir billige Produkte nachfragen können. Also sind wir schuld. Die Produzenten sorgen sich nur um unsere Bedürfnisse und Freizeitleere. Zufällig sind die Exklusiv-Mitglieder des WWF allesamt mehr oder minder Produzenten und relativ wohlhabend. Wo? Überall wo es billige Arbeitskräfte gibt oder zentralisierte Oligopole. Wann? Jederzeit, damit die Pseudo-Planwirtschaft aka Wachstum funktioniert. Warum? Für unser aller Wohlstand. Wirklich. Ganz ehrlich.

Korallenriffe seien schon zu fünfzig Prozent verschwunden. Und könnten in 35 Jahren zerstört sein, ja aber nur wenn die Erwärmung und Versauerung Meere anhalten. Und weiter wird rumgeschätzt, dass 90 Prozent der Bestände an Fischartigen bereits überfischt oder grenzwertig befischt sind.  Mangrovenwälder, ebenso wie Korallenriffe Fischkinderstuben werden ebenfalls massiv weiter schwinden und sind schon vielerorts zerstört.

Aber, dann ganz amerikanisch oder sagen wir global Mittlerzeit eher „Gefällt mir“ Button logisch, Zeit haben wir noch das Ganze ins Positive zu verkehren.

„Experten“ untersuchten direkte Erträge aus Fischerei, Aquakultur, Tourismus, Handel, Transport durch Schifffahrt, Küstenschutz und Biotechnologie. Unberücksichtigt blieben Offshore-Windenergie, Öl- und Gasförderung, denn dabei wird das Meer selbst nicht genutzt. Man schwimmt nicht darauf oder treibt und taucht nicht darin. Die Rolle der Meere bei der Klimaregulierung und Sauerstoffproduktion wurde ebenfalls nicht verkalkuliert. Ist ja auch Unsinn, denn Phytoplankton ist ja nicht die Grundlage für Zooplankton und daran angeschlossen an die Nahrungsnetze bis hin zu Balaenoptera musculus. Natürlich hätte man auch andersherum rechnen können. Was kostet die Entwicklung eines komplexen Nahrungsnetzes, dass keine Interdependenz mit den anderen Subholonen im Holon Erde zeigt? Ist natürlich nicht möglich, weil wir nicht so komplex vorwärts entwickeln können. Deshalb reduzieren wir ja so massiv auf Teileinheiten. Produktivität bedeutet nicht automatisch Wertschöpfung. Sondern oft einfach Suggestion.

Das ist einfach nur mal wieder ein Text den der WWF in die Presse packt. Irgendwas machen wir ja beim WWF, wirklich. Wir sind nicht wahnsinnig, wir schätzen einen integralen Bestandteil unserer Erde einfach mal ab, und schwups siehe da wie immer beim Klimawandel, beim Artenschwund und natürlich auch den marinen Grundlagen unserer Existenz ist mal wieder genug Zeit das Problemkind noch zu erziehen. Aber jetzt müssen wir wirklich etwas tun. Ehrlich. Wir WWFler haben das Problem erkannt, und wenn Ihr was macht, ist die Gefahr gebannt. Klingt irgendwie austauschbar und beliebig.

Okay, bei einem Super-Gau wie in Fukushima hat man das Problem mit den betriebswirtschaftlichen Kalkulationen, dass man sich plötzlich in einer volkswirtschaftlichen Notlage befindet. Oder AKW kaputt, Modell- und Kostenlogik kaputt. Aber die Japaner schmeißen ihre AKW ja auch schon wieder an. Kann ja nicht so schlimm sein. Und bei den Nachlaufzeiten natürlicher Populationen im Meer, merkt man oder will es nicht merken, dass diese Rechnerei von unseren WWF-Experten einfach nur Dissonanztaktik ist, um panoptisch die Bevölkerung zu erziehen. Darf ich das jetzt? Kann ich etwas Komplexes wie marine Teilökosysteme überhaupt einer begrenzten Logik wie der meinen unterziehen oder verlasse ich mich auf die zentrale Anlaufstelle für Umweltprobleme, den WWF? Oder wer steckt dahinter? Die Kirche? Oder nur das Konzept Wasser predigen und Wasser teuer verkaufen und selbst Wein saufen? Ich möchte den WWF-Bediensteten ja nicht einmal Böswilligkeit unterstellen, zumindest nicht den Leuten, die die Arbeit leisten. Sondern einfach nur mal anregen, hinzusehen, was da eigentlich gespielt wird und wozu. Aber was weiß er Fisch über das Wasser in dem er schwimmt. Wahrscheinlich mehr als der WWFler.

Mal ehrlich, plötzlich (Sagen wir in einem Zeitraum von 5 Jahren geschah es.) ist alles bio, alles MSC (Marine Stewardship Council) zertifiziert und dass bei Riesenunternehmen wie RWE und Konsorten. D.h. also, dass die genau wissen, wie die Bestände aussehen in den auf den Verpackungen gekennzeichneten Regionen. Man kann und mag es kaum glauben. Aber es muss stimmen, denn immer noch fahren coole Typen auf die Meere und bringen neue Erkenntnisse und Tierchen mit, von denen wir kaum etwas wissen. Die wissensdurstig sind und bei BBC, Discoverychannel und arte & Co ihre Filmchen vermarkten und auf die Missstände am Rande verweisen. Macht mal was. Intuitiv begreifen wir als Zuschauer, ja das ist echt Scheiße. Also buchen wir mal eine Reise mit Vollkasko dorthin und machen die Reality Live Gucker und im- oder exportieren virtuelle Werte.

Aber die anderen vom MSC und weiteren Labelrerererern haben die Nahrungsnetze nebst Umweltfaktoren begriffen und wissen Bescheid, wie wir nachhaltig Fisch fressen können. Tiefsee inbegriffen. Es ist schlicht Blödsinn den Wert zu berechnen, es sei denn, man ist BWLer und möchte und kann Teile des Meeres monetarisieren. Was kostet ein Quadratmeter Mangrovenwald. Was ein Kubikmeter Korallenriff? Wie viel kostet eine Garnele in ökologisch?

Mal ein Gegenbeispiel, wenn alle Menschen ihre Nieren gleichzeitig oder relativ gleichzeitig verlieren, überleben dann alle Menschen oder nur die, die rechtzeitig in den Genuss einer kontinuierlichen Dialyse kommen? Das ist ein absurder Vergleich? Ja wie die Aussage, dass unsere Ozeane 24 Billionen US-Dollar pro Jahr generieren. Da bleiben pro Mensch dann ca. 3150 Dollar jährlich, mit 7600.000.000 Menschen gerechnet. Bekommt die jeder, schließlich sind wir alle auf der Erde. Oder ist das der Preis, den wir jährlich irgendwie verdienen müssen und an den WWF zahlen, damit der die Gelder an die Unternehmen verteilt, damit die das Meer nicht weiter schädigen? Aber wo kommt dann unsere Nahrung her?

Ach ja, die zerstörten Ressourcen gehören in Zukunft immer noch uns, aber die Nahrungsmittelproduzenten und Nutzungsrechte sind privat und wer heute wirtschaftlich seine Füße unter meinen Tisch legt, hat die Schnauze zu halten. Denken kann er anderswo laut.

Der vorhergehende Absatz ist der Beginn der Diskussion gegen meine Argumente. Wenn die Leute etwas nicht bewerten können, dann können sie auch nicht dafür eintreten. Und die Umweltschützer haben keine Argumente gegenüber den allmächtigen Wirtschaftsdogmen. Und wovon die Menschen nicht leben können, das schützen sie auch nicht, zumal, wenn sie nichts zu fressen oder keine Perspektiven zum Leben haben. Dem halte ich einfach entgegen. Wehrt Euch gegen Convenience Food in jedem Sinne.

 

 

 


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