Deutschland ist die stärkste Wirtschaftsnation in der EU. Deutschland hat die höchste Artenvielfalt in Mitteleuropa. Deutschland ist der bevölkerungsreichste Staat in der EU. Und Nationalstolz ist mir wurscht. Denn …

entweder wir handeln immer und überall ökologisch, als ob es unsere Heimat ist oder es wird nichts mit einer großen menschlichen Weltpopulation, hoffentlich noch hoch divers kulturell und biologisch, in der Zukunft.

Und damit kommen wir auf das zentrale Thema. Denn eine wachsende Bevölkerung produziert auch mehr Scheiße. Das ist wörtlich gemeint, im enterologischen Sinne. Über 80 Millionen Bundesbürger laden jeden Tag Verdautes und nicht Verdaubares in die Kanalisation ab. Das macht jede Menge organischen Materials. 80.000.000 mal 0,15 kg ergibt pro Tag 12.000 Tonnen Minimum an festen Fäkalien plus x, denn viele spülen auch andere organische und nichtorganische Materialien die Toilette herunter. Und auch Urin kann energetisch genutzt werden.

Bei uns, in Hamburg, gibt es super Ideen wie woanders auch, denn jeder geht mal aufs WC. Zum Beispiel den Hamburger Wasser Zirkel, oh Verzeihung, den HAMBURG WATER Cycle ®. Unter dem schönen Subtitel kreislauforientierte Abwasserwirtschaft, warum eigentlich noch Abwasser?, wird dort nichts Innovatives wage ich zu behaupten, sondern nur etwas retrograde Anpassung an die natürlichen Kreisläufe betrieben, erzwungen durch unsere zurückliegende Müllgewinnung, kurz wachstumsorientierte Industrie genannt. Übrigens Spracherhaltung ist mir nicht egal und irgendwelche Trade Marks auf durch ökologische Zwänge erfolgte Innovation halte ich für absurd. Aber das ist wohl eine noch lange lebende Familie  von Reliktfossilien unseres Fehlverständnisses oder der Unkenntnis von ökologischer Allmende.

Ein Pilotprojekt HAMBURG WATER Cycle ® wurde auf dem Gut Karlshöhe realisiert, einer zentralen Anlauf- und Bildungsstelle für nachhaltiges Dasein, im Nordosten von Hamburg.

Grau- und Schwarzwasser sind nämlich selten getrennt in unserer Abwasserinfrastruktur. Das kostet, denn Grauwasser ist wesentlich leichter zu reinigen als Schwarzwasser. In Hamburg Jenfeld entsteht seit 2012 ein Wohnviertel mit 600 Wohneinheiten für 2000 Einwohner. Dort wird aufbereitet, was derzeit aufbereitet werden kann. Durch die Trennung von Schwarzwasser (aus der Toilette) und Grauwasser (der Rest) soll 50% der Energie und 40 % der Wärme eingespart werden. Aus der Wärme des Schwarzwasser und auch des Brauchwassers kann mittels Wärmekopplung Energie gewonnen werden. Plus der Energie aus Methan aus den festen Schwarzwasseranteilen mittels Bakterien.

Dazu müssen allerdings zwei Leitungssysteme installiert werden. Aber es gibt schon Pläne alte Abführleitungen in Häusern zweizuteilen und das Schwarz- bzw. Grauwasser separat in die jeweilige Aufbereitungsanlage abzuleiten. Hier frage ich mich, wann sich das amortisiert und ob die Kosten auf den Mieter umgelegt werden, obwohl er ja mitproduziert und wenn er beteiligt wird, ob er dann Mehrwertsteuer zahlen muss. Und dann wiederum, ob menschliche Veganer, Vegetarier oder Omnivoren mehr Wert schaffen und wie das verrechnet wird. Denn Vegetarier haben einen durchschnittlichen Stuhlgang von 350 g durch einen höheren Ballaststoffanteil. Und auch sehr interessant, 10 bis 20 % sind Bakterien. Und welche Unternehmen sich dann um unsere Scheiße streiten werden. Und auch hier fragt man sich, warum wir nichts für unseren Müll bekommen. Unternehmen rechnen mit dem anfallenden Müll und verkaufen ihn an Recyclingunternehmen. Dafür bekommen wir meist nichts. Obwohl wir die Verpackung in der Regel mitbezahlen. Dann können wir ja Auktionen veranstalten oder Ähnliches.

Aber das können wir ein andermal zusammen klären.

 


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