Fairphone 2 bestellen

Das Fairphone ist ein Smartphone mit dem Anspruch ökosozial so weit es aktuell geht zu sein. Dazu wird das Konzept ganzheitlich und die komplette Produktionskette möglichst umweltfreundlich und sozial gestaltet. Jetzt könnt Ihr das Fairphone 2 vorbestellen und damit vorfinanzieren.

Über 85 Millionen Handys liegen in Deutschland ungenutzt herum. Auch bei uns ist es nicht anders, wir haben 2 Handys, die ich gerade sortiere und von persönlichen Daten befreie, um sie online zu verkaufen. Leider ist es bei Apple recht umständlich sein eigenes Handy zu entsperren für nachfolgende Nutzer. Auch wenn das Argument Sicherheit ja immer ganz platt herausplatzt von Apple. Andere reden einfach vom Lock-in durch Hersteller. Oder eben jenem scheinbar beiläufigen Phänomen, dass die Alten herumliegen und durch Neue ersetzt werden. Eine Lösung schafft kaputt.de, eine Website, die Reparaturen bzw. – hilfesuche oder Gebrauchtersatz anbietet.

Mein Wunschsmartphone gibt es nicht und wenn, dann käme ich ohne klar. Oft genug ist es ja neurotisch, was wir veranstalten mit unseren „unentbehrlichen“ Begleitern. Aber wenn ich eines haben muss, dann sollte es folgende Kriterien erfüllen.

Mein Traumphone wird nur als personalisierter Auftrag gefertigt, für meine ganz persönlichen Bedürfnisse. Das entspricht zumindest der Vorfinanzierung. Keine Massenware, die mit Gewalt auf den Markt geschwemmt wird und dazu oft zu Abhängigkeiten in Verträgen führt, mit all den schlechten und guten Seiten.

Okay, es wäre natürlich sehr aufwendig, jedes einzelne Teil des X-Phones unique zu fertigen, für mich. Das gilt einstweilen für die Hardware und die meisten von uns haben nicht die Fähigkeiten sich selbst eines zu bauen. Mindestanforderungen für ein X-Phone an die Hardware sind jedoch Modularität und mögliche Laienmontage, die es jedem erlaubt, Ersatzteile selbst auszutauschen, oder zumindest eine schnelle Reparatur in all den überflüssigen Handyshops zu finden, ohne es einschicken zu müssen. Keine irreversiblen eingepressten oder verklebte Module, die sonst austauschbar wären von uns Nutzern. Oder je nach Abstimmung mit den anderen Komponenten, sogar ein gattungsgleiches Modul als Ersatz zulässt, z.B. anderen Touchscreen oder anderen Akku oder anderen Prozessor …

Das Gehäuse darf von Beginn an outdoorfähig oder einfach alltagstauglich robust sein, inklusive Touchscreen. Das sage ich als Radler. Bei meinem muss ich nach 4 Monaten wieder eine neue Schutzhülle kaufen, weil es billige Hartplastik ist, die bei dynamischen Belastungen einfach bricht. Und ich suche immer noch nach einer vernünftigen Schützhülle. Der größte Teil des Zusatzequipment für X-Phones ist selbstredend programmierter Müll wie die meisten X-Phones selbst.

Wer braucht jedes Mal neue Ladegeräte oder Kopfhörer? Die meisten mitgelieferten sind wie oben erwähnt, Schrott oder man neigt zu auditiven Masochismus, abgesehen davon, sind sie ebenfalls selten für Werktage zu gebrauchen. Lademöglichkeiten gibt es in jedem Haushalt mehr als genug, via USB. Und wer hat nicht mindestens 3 oder 4 Kopfhörer zuhause rumliegen. Meist noch funktional, aber schon sehr schmuddelig.

Hinzu kommt, wer legt nachhaltig Wert auf den ganzen Verpackungsschrott? Abspecken ist die Devise. Im vielbeschrieenen Informationszeitalter fragt sich der Käufer, warum soviel Papier postmaterialistisch verschwendet werden muss. Anleitungen sind passe, denn wozu gibt es die menugeführten Hilfefunktionen, durch die Entwickler mehr oder weniger durchdacht programmiert? Abgesehen vom Papier sind auch Kunststoffe problemlos wegzulassen. Und der ganze Werbemüll.

Zur Software ist eine Menge zu sagen. Open oder Free Source sind die einzigen Optionen für mein Traumphone. D.h. Ihr könnt, wenn Ihr über die Fähigkeiten verfügt oder jemandem, dem Ihr vertraut, die Software nach Euren Vorstellungen verändern, solange Ihr im Fall von Open Source, den Ursprung angebt, im Falle privater Vervielfältigung. Free Source ist die Umkehrung dessen, was die großen Konzerne Euch suggerieren möchten, nämlich das Ideen, Gene oder Änderungen davon jemandem allein gehören und synthetisch definiert unveränderlich sind. Das ist gelinde gesagt Blödsinn. Alles was geschaffen wird, beruht auf gesamtgesellschaftlicher Leistung. Was die Natur geschaffen hat, uns allen. Schnittstellen von temporär technologischen Engpässen müssen bei gleichzeitig fröhlichen Wachstumszwängen zwangsläufig zur Innovation führen. Da ja mehrere Menschen das Problem zu erkennen in der Lage sind und getreu unserer Kreativität auch auf ähnliche Lösungen kommen, wenn wir alle die gleiche Technik nutzen. Wenn die Infrastruktur über die Politik zudem so einseitig in Abhängigkeiten von der Großindustrie geführt wird, wird sogar ein Flaschenhals geschaffen, durch den viele abhängige Hersteller müssen Und siehe da ein paar diversifizierte Investments und schon tauchen renditeträchtige Lösungen auf. Was eben noch für alle illegal ist, ist jetzt für ein paar Leute das Geschäftsmodell der Zukunft. Vielfalt, gerade auch bei Software entlastet sozial und ökologisch. Und wer begegnet nicht dem Problem der irgendwann eingestellten Updates seitens der Hersteller? Oder die Hardware kommt nicht mehr mit, mit dem ganzen Werbeanzeigen auf den Webseiten. Da greift dann wieder oben genannte Modularität. Wer nutzt schon alle Funktionen seines X-Phones vollständig? Und wir wissen bekanntlich, was scheinbar kostenlos ist, kostet uns Daten. Aber ihr zahlt sogar dafür Eure Daten unentgeltlich abzugeben.

Echte Sicherheit inklusive der Freiheit auf Kommunikation ohne konzeptionell bedachte Mithörer schließt sich unmittelbar daran an. Wie kann man ein sicheres System auf die Beine stellen? Durch Unabhänggkeit und ökologische Prints für Menschen, die gerne sozial in Kleingruppen langfristig kooperieren und nicht nur funktional immer größere Umverteilungsventile einseitig bedienen. Wie kann das aussehen? Es gibt Versuche Brainprints als Verschlüsselung zu nutzen. Da muss man schon den Gehirnträger stehlen, um sein X-Phone zu hacken, oder? Natürlich sind immer, wo sich Systeme austauschen Kanäle offen und wer dazwischenkommt kann kopieren, imitieren, verändern, manipulieren. Aber mal präziser, warum muss ein X-Phone unbedingt mit allen anderen kommunizieren können? Warum ist das Sicherheitskonzept mit der Handysoftware gekoppelt? Ich schätze mal keiner will und kann das Internet runterfahren.

Und natürlich wären technologisch geschlossene Recyclingkreisläufe mit ethisch und ökologisch korrekten Produktionstufen für jedes kleine Teil für das perfekte X-Phone superb. Nur ein voll organisches X-Phone würde das schlagen.

Das soziale Löhne und ein umweltgerechter, Ressourcen schonender Abbau der Rohstoffe, falls die im Umlauf brach liegenden X-Phones nicht schon durch geeignete Aufbereitungswege genug Material aktivieren, selbstverständlich sind, sei hier nur pro forma angebracht.

Nun, viele dieser Charakteristika erfüllt das Fairphone. Die Seite von Fairphone für die zweite Version ist so vollgepackt mit allen erdenklichen Informationen, dass es einen im ersten Moment etwas überfordert, aber ich habe mich gefreut, dass die Daten verfügbar sind. Einige Stimmen finden das Ganze zu professionell und gewinnbringend orientiert. Oft finde ich ebenso Kritikpunkte, die jedoch genauso oft Vorurteile sind. Denn das Fairphone ist erst der Anfang. Ich denke durch Grundlagenforschung und Makerbewegungen lösen sich konventionelle Industriezweige langsam auf, auch wenn einige Hersteller von Hochtechnologiehalbwaren weiter benötigt werden. Diese Auflösung wird regionale und lokale Kooperationen zwischen den Menschen wieder stärken. Und technologische Lösungen bevorzugen, die lokal angepasst sind und nicht zu ökologischen Desastern führen. Technologische Dezentralisierung ist einfach sinnvoll. Und auch wenn das Fairphone in China produziert wird, so ist es immerhin ein anspruchsvollerer Versuch als wir sie derzeit bei den anderen Herstellern sehen können. Es bleibt spannend. Hier geht es zum Fairphone.

Die Zukunft ist offen …

Summary: Smartphones liegen oft überflüssig herum. Mein erträumtes Xmartphone ist deshalb hard- und softwareseitig personalisiert. Das inkludiert nutzerfreundliche Modularität, ohne aufwendiges Verschicken, bei Schäden oder Modifikationen. Es wird ohne Schnickschnack angeboten, wer zahlt schon gern für bereits vorhandene Kopfhörer und Ladegeräte und wer läuft gerne häufiger als nötig zu Wertstofftonnen, um Verpackungen zu entsorgen. Kein Mensch benötigt noch mehrsprachige Bedienungsanleitungen in Papierform. Ebensowenig möchte ich raten müssen, ob die Recyclingkreisläufe technologisch geschlossen sind bzw. gar nicht vorhanden. Robust darf es auch sein, schließlich ist es fast 24 Stunden am Tag bei mir. Und sicher bei der Nutzung möchte ich mich auch fühlen, schließlich möchte ich mich nicht wie Frau Merkel verarschen lassen.


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