Schlimm genug, dass wir so wenige Firmen zu sehen bekommen, was für einen erschreckenden Konzentrationsprozess, zumindest in der Wahrnehmung, spricht, in der Textilindustrie.

Aber immerhin einige Firmen haben mit dem Geld was sie an schmutziger Wäsche verdient haben, wenn auch erst auf Druck durch NGO und der Öffentlichkeit, endlich einen Reformprozess angestoßen. Die Kleidung, die Du trägst kommt immer noch größtenteils mit hohen Umweltkosten einher. Färben und andere Produktionsprozesse in der Modeindustrie haben einen großen Einfluss auf die Wasserverschmutzung. Als Teil der Detox Catwalk Kampagne hat Greenpeace drei Jahre lang einen Katalog erstellt, unter der Prämisse, welche von den Modeunternehmen ihre grünen Versprechen einhalten oder sich dem schönen Schein hingeben bzw. welche Brands ihr Dreck einen Dreck schert.

Die Hauptverursacher von Umwelt und Gesundheitsschäden sind laut Greenpeace Alkylphenol Etheoxylates (APEOs), Phtalate and PFCs (Per- und polyfluorierte Chemikalien). Phtalate, für Kenner der Materie nichts Neues, die für Kunststoffprints auf Kleidung verwendet werden, verursachen Gesundheitsprobleme wie Asthma und verringerten IQ. Viele Firmen haben akzeptable Grenzwerte für APEOs, leider ist es aber so wie bei vielen künstlich in Massen produzierten Giftstoffen, sie akkumulieren sich über die Zeit zu schädlichen Konzentrationen in der Natur. Also sind  Grenzwerte nicht die Lösung.  PFCs werden für schmutzabweisende Textilien genutzt und verursachen Schilddrüsenschäden. Die Schilddrüse ist wichtig für die Jodspeicherung und die Produktion notwendiger Hormone für den Energiestoffwechsel.

Das Monitoring von Greenpeace der Modeunternehmen zeigt nun führende Detox-Unternehmen, Greenwashing-Experten und jenen, denen es egal ist.

Detox Leaders sind bereit Grün a posteriori zu setzen und haben glaubwürdige Zeitrahmen für giftstofffreie Mode und implementieren oder haben schon echte Veränderung hin zu grüner Fashion implementiert.

Adidas, United Colors of Benetton, Burberry, C&A, Esprit, G-Star Raw, H&M, Inditex (inklusive Zara), Levi Strauss & Co., Limited Brands, Mango, Marks & Spencer, Primark, Puma, Uniqlo (Fast Retailing), Valentino

Greenwashers sind PR- und Marketing-Könige, aber es bleibt beim Gelaber. Und das ist Ressourcenverschwendung.

LiNing, Nike, Inc

Detox Losers sind immerhin keine Heuchler, sondern schlicht verantwortungslos und übernehmen keine Verantwortung für ihr Gift und sich nicht einmal mit Veränderungen einverstanden erklärt.

Georgio Armani, Bestseller, Only The Brave (inklusive Diesel und Viktor & Rolf), Dolce & Gabbana, Gap Inc., Hermes, LVMH Group/Christian Dior Couture (inklusive Louis Vuitton, Marc Jacobs, Dior), Metersbonwe, PvH (inklusive Calvin Klein und Tommy Hilfiger), Vancl, Versace

Um Greenpeace zu entlasten, aber explizit darauf hinzuweisen, es gibt viel mehr KMU (kleine und mittelständische Unternehmen), die wirklich gute Arbeit leisten und sich alle Mühe geben, gegen die Platzhirsche Marktanteile zu gewinnen wie z.B. slowmo, Komodo, Braintree, Recolution, rewrap oder sehr innovativ sind wie freitag, mit einem exquisiten Angebot an robuster Alltagskleidung, Bleed, demnächst mit Lederimmitat aus Kork von Korkeichen oder die Schoeller Textil AG, ebenfalls mit Korkschells aus Korkeichenkorken ab 2017 auf dem Markt oder Gonso, die mittlerweile teils PFC-freie Radkleidung anbieten. Aber natürlich ist so ein Monitoring des riesigen Fashionmarktes extrem aufwendig und damit kostenlastig. Insofern habe ich Verständnis, dass der Pool der drei obigen Kategorien überschaubar ist. Obwohl ich mich frage, warum Luxuslabels wie Armani, Versace, Hermes oder Dolce & Gabbana, Louis Vitton oder Marc Jacobs so ignorant sein können und von ihren Gewinnmargen nicht ein paar Prozent in die grüne Entwicklung stecken können. Natürlich sind aber auch noch mehr Firmen schmutzig. Wer Lust hat sich weiter zu informieren, checkt die Labels der Ethical Fashion Show und dem Green Showroom oder der Innatex (die weltweit die einzige internationale Naturtextilmesse).

Bleibt oder werdet sauber.


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