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Wieder eine schöne Posse für unsere Vegetarier und Nichtvegetarier.

Der Bengalgeier (Gyps bengalensis) ist ein Greifvogel aus der Unterfamilie der Altweltgeier (Aegypiinae). Zusammen mit dem Dünnschnabelgeier und dem Schmalschnabelgeier sind seine Zahlen in den letzten 20 Jahren so extrem geschwunden, dass er heute als vom Aussterben bedroht gilt. Dabei war der Bengalgeier einer der häufigsten Geier überhaupt. Der Bestand ist seit 1993 um 99,9 Prozent zusammengebrochen.

Absurd, oder? Wer will, darf mal nach der Wandertaube (Ectopistes migratorius) suchen. Die Wandertaube ist ein noch extremeres Beispiel für menschliche Gier und Dummheit. Zurück zum Bengalgeier. Bekanntlich sind Kühe in Indien hoch angesehen. Deshalb schlachtet die dort auch keiner, zumindest nicht offiziell oder vor Ort. Die Geier fressen die Kühe, wenn sie dann gestorben sind. Die Kühe haben allerdings oft Schmerzen im Alter und wurden und werden deshalb mit Diclofenac betäubt. Diclofenac ist als Schmerzmittel sehr günstig und für Tiere zugelassen. Offiziell ist Diclofenac nun zum Schutz der Geier verboten seit 2006 und deshalb werden andere Schmerzmittel für die Kühe benutzt. Aber trotzdem wird weiter Diclofenac verwendet. Leider sind zwischenzeitlich so viele Geier gestorben, an Nierenversagen durch die Aufnahme von Diclofenac über den Verzehr von Kühen, dass die verbliebenen Geier in Zucht- und Schutzstationen gefüttert werden. Störche und andere Vögel sind ebenfalls betroffen. Erinnert irgendwie an Zoos, oder? Oder viel mehr an den Zustand unserer Welt.

Interessanter- und traurigerweise war die große Population der Bengalgeier wohl zum Teil den Heiligen Kühen zu verdanken. Einer religiösen Sitte zufolge könnte sich eine weitere daraus entwickelt bzw. darauf aufbauend erhalten haben. Obwohl die Geier sicher auch zahlreich ohne die Parsen wären. Und die Parsen ohne die Hindus genug Geier zum Verzehr ihrer Leichname hätten. Die Türme des Schweigens der Parsen sind Bestattungsgebäude. Unter freiem Himmel werden von Verstorbenen der Parsen den Geiern überlassen und später nur die Überreste bestattet, wenn etwas übrig bleibt. Parsen sind Anhänger des Zarathustrismus. Die Parsen stammen aus Baktrien, nach dem zum Beispiel auch das Baktrische Kamel benannt ist (Camelus ferus). Ein ebenfalls, zumindest in der Wildform, vom Aussterben bedrohtes Tier.

Diclofenac hat nun auch dazu beigetragen, dass Ratten und Hunde, die vom Wegfall der Geier als Aasfresser profitieren und sich an den Kuhkadavern vergnügen, wieder häufiger werden und die Tollwut und andere Krankheiten ebenfalls häufiger auf den Menschen übertragen werden. Meloxicam ein anderes entzündungshemmendes Mittel ist teurer und niemand weiß, wie es langfristig in der Natur wirkt, ist aber weniger schädlich für Geier. Andere Ursachen könnten eine Art Malaria oder die ENSO sein, ein Phänomen, das auch El Nino bzw. El Nina beinhaltet. Wie dem auch sei, in jedem Fall trägt religiöser Eifer und Traditionalismus, gepaart mit Absatzwut ohne Verantwortungsmöglichkeit durch das Gemeinwohlhaftungsrecht oder einfacher durch das Verursacherprinzip für die Hersteller und Vertriebler usw. wieder einmal dazu bei, dass viele Tiere vom Aussterben bedroht sind.

Was tun, Kühe Schmerzen erleiden lassen oder lieber schlachten, töten oder was auch immer. Und hier ist es sogar fast so irre wie der Flächen- und Vegetationsfraß für die Fleisch- und Milchviehwirtschaft. Milch die eigentlich für junge Kälber gedacht ist und nicht für erwachsene Menschen. Milch, die so oder so nicht von natürlich gefütterten und gehaltenen Rindern stammt. Also doch kein Dilemma für Veganer, sondern für religiöse und technologische Anachronisten. Weniger Kühe, weniger Umweltzerstörung. Weniger schnelle Markteinführung und etwas mehr Vertrauen in die körpereigenen Substanzen, weniger Umweltzerstörung …

Und auch bei uns gelangen über 60 Tonnen pro Jahr an Diclofenac in die Kanalisation. Unter anderen …

 


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