Das Salz Zucker Fett Komplott

Der Titel: unangenehm lang und reißerisch. Das Cover: farblich brutal. Der Inhalt: Macht wütend.Das industriell produzierte Lebensmittel nicht gesund sind, dürfte wohl jeder mitbekommen haben. Ist den meisten von uns jedoch wahrscheinlich egal. Aber ich denke mit Grauen an jene Pizzen zurück, die ich während meiner Studienzeit bei Penny oder Aldi gekauft habe. Nach der 10. oder 12., vielleicht auch später konnte ich die aggressive Müdigkeit und die hin und wieder auftretenden Oberbauchschmerzen nur noch mit einem der beliebtesten künstlichen Lebensmittel weltweit, vor allem in den Industriestaaten in Verbindung bringen, der Tiefkühlpizza.

Meine persönlichen Experimente sind natürlich keine Statistik und kein Grund für andere, das eigene Essverhalten zu ändern, vielleicht aber hinreichend um die physiologischen und psychologischen Reaktionen zu beobachten und dann Schlüsse zu ziehen. Michael Moss geht mit Das Salz Zucker Fett Komplott alles systematischer an. Immerhin Pulitzerpreisträger für einen aufsehenerregenden E. coli-Skandal in der Fleischindustrie in den USA. Er hat sich für Das Salz Zucker Fett Komplott mit diversen Marketingexperten, Managern und Wissenschaftlern nicht nur von Kraft, Nestle, Coca Cola getroffen. Ein Tenor, wie der Titel, unangenehm dissonant und hässlich. Psychologisch werden wir von der Idee für ein Lebensmittel bis hin zu seiner Präsentation in den Medien oder im Verkauf manipuliert, was das Gesetz zulässt. Und oft wird das Gesetz für das große Fressen verändert. Das uns dann auf unnötig große Konzentrationen und Mengen abrichtet.

Falls ein Konzern einen gesünderen Alleingang wagt, wird er, zumindest auf dem amerikanischen Markt, sofort bestraft, mit Umsatzeinbußen in der Regel. Zucker, Salz und Fett sind Süchtigmacher. Die richtige Kombination des Trios nennt der Ernährungswissenschaftler Glücksmoment. Und der sagt dem Gehirn, das brauchst du und er wird sorgfältig designt. Es gibt Anonyme Esssüchtige, die sich treffen, weil sie auf dem Weg vom Supermarkt bis nach Hause Fressanfälle bekommen und schon im Auto die Verpackungen zerlegen, um an den künstlichen Müll der Lebensmittelkonzerne zu gelangen. Kinder werden gezielt beworben und der Vertrieb setzt auf Convenienceshops, reine Absatzmärkte, die die Kleinhändler wie Käufer, oft Schulkinder in Abhängigkeiten von der Nahrungsmittelindustrie stürzen. Das klingt zu dramatisch und auch irgendwie asozial. Das ist es auch.

Die meisten hochrangigen Manager essen, die von Ihnen vermarkteten, ob über Lobbygruppen bei den offiziellen Institutionen oder massive Werbung oder jede Menge Convenienceshops massiv unterstützt, selber nicht oder nur sehr kontrolliert. Was nach meiner Ansicht nicht nur für die Nahrungsmittelbranche gilt. Massenware wird zwar von gut qualifizierten und vernetzten Menschen für den eigenen Verdienst durch anderer Leute Konsum gern produziert, aber im Privaten werden dann ganz andere Produkte genutzt, aus gesundheitlichen und Imagegründen.

Warum sollen wir dann den Industrieschrott fressen?

Das Buch ist erschreckend und lehrreich und bestärkt mich, noch weniger industriell produzierte Lebensmittel zu essen. Egal, ob bio oder nicht.

Paperback, Klappenbroschur, 624 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
nur Text
ISBN: 978-3-453-28058-8
€ 19,99 [D] | € 20,60 [A] | CHF 26,90* (* empf. VK-Preis)
Verlag: Ludwig


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