go-e ONwheel ist ein Montagekit um Fahrräder mit einem elektrischen Antrieb auszustatten. Das Crowdfunding wurde kürzlich abgeschlossen (Wir hatten darüber berichtet, leider hat uns ein technisches Problem ein paar Artikel gekostet, u. a. auch den von go-e ONwheel.) und ab Oktober wird die Testserie an die Unterstützer ausgeliefert.

Ab November soll dann die Serienproduktion beginnen. E-Bikes sind nicht für jeden erschwinglich. Das ist nunmal Realität und sich einen billigen Schnellschuss zu erlauben, kostet und bringt oft die bittere Erfahrung, dass gleich auf Qualität gesetzt werden soll. go-e ONwheel hat nun die Einstiegsgrenze für einen E-Antrieb weiter heruntergesetzt. Und das Beste ist die rasche Montage am vorhandenen Fahrrad. Demontieren lässt sich das go-e ONwheel Kit ähnlich geschwind. Die Zeit beträgt 5 min, wie ihr in einem Video auf der Website von go-e ONwheel sehen könnt. Und ihr braucht nur 2 Inbusschlüssel. Motor und Batterie können nach Belieben abgenommen werden. Falls nicht notwendig, kann alles am Rad bleiben. Die Batteriehalterung kann am Unterrohr an den Flaschenhalterungen montiert werden. Auch wenn ich kein Fan von E-Bikes bin, so klingt das Ganze für 599,- Euro noch immer nicht billig, aber das Kit bewegt sich im Vergleich mit einem Jahresabo des HVV beispielsweis nur wenig darüber, bei höheren Freiheitsgraden. Bequem und nützlich und ökologischer als ein Otto- oder Dieselmotor betriebenes Fahrzeug ist es alle mal. Für Biker mit Anhänger oder schwereren Lasträdern oder Vielfahrer dürfte das System ein Segen bei Gegenwind oder in mühsamen Anstiegen sein.

Das wasserdichte Kit wird einfach auf die Ständerplatte oder eine mitgelieferte Ersatzplatte montiert. Der Antrieb erfolgt über eine Walze am Hinterrad anliegend, je nach Wunsch des Radlers, ob er selber treten möchte oder nicht. Laufgeräusche hängen natürlich vom Profil ab. Regen und Matsch sind laut Frank Fox und Peter Pötzi, den Köpfen hinter dem go-e ONWheel, kein Problem und das eloxierte Alugehäuse ist für den harten Alltag konzipiert. Der Belag der Walze hält je nach Nutzungsart 5000 bis 10000 Kilometer.

Das Kit wird voreingestellt mit 250 W und 25 km/h ausgeliefert. Mitgelieferte Druckknöpfe am Lenker oder eine eigens für den Antrieb entwickelte App in Deinem Smartphone erlauben verschiedene Abstufungen der Unterstützung durch den Antrieb. Wer will, kann die Leistuntg auch auf 800 Watt hochschrauben und bis 45 km/h fahren. Leistung und Geschwindigkeit sind unabhängig voneinander einstellbar. Allerdings benötigt der Fahrer dann einen Helm und ein Nummernschild nebst Fahrerlaubnis. Helme sind generell empfehlenswert, vor allem im Stadtverkehr. Geladen werden kann am Rad oder in der Wohnung.

Eine Frage beschäftigt mich allerdings. Sind die höheren Durchschnittsgeschwindigkeiten mit dem Material des Fahrrads vereinbar? Es ist ein Unterschied, ob ein billiges Alu-Bike aus dem nicht mehr Fernen Osten oder ein solider Stahl-Rahmen gefahren wird. Meist berechnen die Ingenieure ausreichend Sicherheitreserven mit ein, aber ob die Versicherung im Falle eines schwerwiegenden Unfalles mitspielt, ist eine ganz andere Frage. Und selbst wenn, ich möchte mir nichts brechen trotz einer Versicherung.

Trotzdem das Konzept ist super und ergänzt den Markt der E-Antriebe für Fahrräder ausgezeichnet und ermöglicht mehr. Wir wünschen dem Unternehmen und seinen Gründern viel Erfolg.

Am 03.02.2017 erreichte mich folgende Nachricht. „Eine Info zu einem Ihrer Artikel: Sie berichten über go-e Anbaumotor fürs Fahrrad, mit Helm und Versicherung könne man bis 45 km/h fahren. Dachte ich auch, geht aber nicht, denn man bekommt mangels einer „Allgemeinen Betriebserlaubnis“ keine Versicherung (Außer man läßt das Fahrrad samt Umrüstsatz für einen 4 Stelligen Betrag vom Tüv prüfen). Leider bin ich auf diese falsche Annahme hereingefallen …“

Das finden wir sehr bedauerlich, hatten wir aber in dem vorletzten Absatz zur Versicherung schon angedeutet. Es wird letztendlich das Gesamtsystem Fahrrad mit go-e Anbaumotor bewertet, so dass der Preisvorteil gegenüber einem E-Bike/Pedelec praktisch nicht gegeben ist, wenn wir von High-End-Varianten mal absehen. Diese Nachricht bedeutet rechtlich gesehen das Aus für diese Art von Antriebsergänzung bei Fahrrädern. Vielleicht hat ein anderer Leser mehr Informationen.? Wir freuen uns diesbezüglich über jede Nachricht. Danke an den Leser, der uns darauf aufmerksam gemacht hat.

go-e ONWheel


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