kleen kanteen eins

Kürzlich wurden die Deutschen ja zu Müllweltmeistern gekürt. Unter anderem aufgrund unserer Präferenz wie in den amerikanischen Serien mit leeren oder auch vollen Coffee to go Bechern rumzulaufen und sie hinterher lässig elegant in irgendwelche Behälter, vielleicht sogar dafür vorgesehen, zu Recyclingzwecken zu entsorgen. Meist liegen sie aber auch traurig auf dem Gehweg oder einsam im normalen sogenannten Müll. Aber es gibt ja Unternehmen wie Klean Kanteen.

Seit 2004 stellt Klean Kanteen Trinkflaschen aus Edelstahl her. Ich selbst nutze schon länger keine Flaschen aus Kunststoff mehr, da ich mich deutlich an eine Aussage unseres Professors für Arbeitswissenschaft erinnere als ich eine PET-Flasche in einer Vorlesung zum Trinken ansetzte: „Da kommt die Zukunft aus der Flasche.“ PET-Flaschen enthalten östrogenimitierende Substanzen und sorgen mit für hohe Hermaphroditenanteile in der Bevölkerung. Für den Outdooreinsatz völlig ungeeignet und auch die zahlreichen Kunststoffalternativen, ob BPA-frei oder nicht, sind wenig sinnvoll.

In den Klean Kanteen Flaschen kommt 18/8 Stainless Steel zum Einsatz. D. h. 18 % Chrom, 8 % Nickel. Auf dem amerikanischen Markt wird er als SAE 304 stainless steel bezeichnet, in Europa läuft er unter der Werkstoffnummer 1.4301, die genaue Zusammensetzung variiert, lt. Definition enthält er 17.5-20 % Chrom, 8-11 % Nickel, weniger als 0.08 % Kohlenstoff, 2 % Mangan, 1 % Silicon, 0.045 % Phosphor und 0.03 % Schwefel.

Was bedeutet das für den Nutzer? Nicht rostender Stahl bindet im passiven Zustand die Legierungsbestandteile fest in seine metallische Matrix ein. Wichtig ist dabei sogar, dass hinreichend hohe Legierungsbestandteile enthalten sind, um eine Passivschicht zu gewährleisten. Diese verhindert den Metallaustrag aus dem rostfreien Edelstahl. Bei Beschädigungen wie im Alltag wird die Passivschicht durch diese Legierung wieder hergestellt. Natürlich findet trotzdem im geringen Maße Austrag durch Abrasion statt, der aber nicht schädlich ist. Diese Vorteile gibt es bei vielen Kunststoffen, die wir für Behälter unserer Nahrungsmittel benutzen nicht. Energetisch gesehen ist es deshalb auch einfacher Kunststoffe mit relativ niedrigen Temperaturen zu zerstören, bei denen rostfreie Stähle nur Erwärmung zeigen. Wenn chlorhaltige Medien im Spiel sind wie Salzwasser, dann wird der rostfreie Stahl 18/8 durch die Chlorverbindungen angegriffen und korrodiert.

Rostfreie Stähle sind allgemein schlechte Leiter. Und damit besteht die schöne Möglichkeit, sich den nächsten Coffee to go Behälter von Klean Kanteen zu kaufen. Und für unsere Bequemlichkeit sind die Behälter noch waschmaschinenfest. Also gibt es keine Ausrede mehr. Ökologisches Ideal wäre ein Behälter komplett aus reinem Edelstahl, weil Kunststoffe natürlich altern, auch wenn sie BPA-frei … sind. Klean Kanteen bietet den reinen Edelstahlverschluss, verschiedene Kunststoffdeckel und einen Verschluss aus Edelstahl, verziert mit Bambus, an. Es gibt diverse Größen und Formen (siehe Bild) für verschiedene Zwecke und Vorlieben bis fast 1,9 Liter und die meisten sind ebenso als isolierte Varianten verfügbar.

Nach drei SIGG Aluflaschen und zwei Cradle to Cradle Modellen aus Edelstahl, die für eine Kooperation mit Aveda und Viva con Aqua produziert wurden, habe ich jetzt eine Klean Kanteen Flasche in lila und einen Kunststoffdeckel, der für Karabiner geeignet und als Sportcap zum Saugen ausgelegt ist. Die SIGG habe ich aus Geschmacksgründen und aufgrund der schwer zu reinigenden Flaschen durch die engen Flaschenhälse aussortiert, wobei Letzteres vielleicht Ersteres verursacht hat.

Fast alle Deckel lassen sich einhaken, z. B. am Rucksack. Natürlich ist die reine Stahlvariante die bessere Alternative zu einer Oberflächenbeschichtung. Da auch diese, wie z. B. Pulverbeschichtungen sich durch abrasive Momente irgendwann in die Umwelt verabschiedet. Und wir langzeitvariante- bzw. emergente Wirkungen nicht kennen. Je weniger Materialien wir für ein Produkt nutzen, desto genauer können seine Risiken und damit einen sinnvollen Nutzen bestimmen. Ich werde mir in Zukunft für unterwegs nur noch reine Edelstahlvarianten kaufen, da ich selbst Kunststoffe, frei von den üblichen hormonaktiven Substanzen, nicht gern berühre und es als unangenehm empfinde.

Das einzige anorganische genutzte Polymer für die Varianten ohne Acrylfarbe und mit Stahldeckel ist Silikon als Dichtung für die Deckel. Obwohl auch hier eine etwas genauere Angabe schön wäre, da Silikon ein Gattungsbegriff und es viele verschiedene Silikone gibt. Selbst wenn nur Silikonkautschuke oder -elastomere gemeint sind.

Die Kunststoffvarianten der Deckel sind aus Polypropylen. Was ich nicht gut finde, denn Polypropylen ist nach Polyethylen der zweithäufigste Kunststoff weltweit und ein Markt mit mehr als 50 Mrd. Euro. Und somit leider auch Bestandteil unserer Kunststoffmüllberge bzw. bei Abrasion oder anderem Verlust, sehr häufig in der Umwelt zu finden. Das Gute daran, Polypropylen ist gut recycelbar, genau wie der Stahl selbst. Trotzdem wünschte ich mir hier eine bessere Lösung für die Deckel. Gesundheitlich wird Polypropylen als wenig oder moderat gefährlich eingestuft. Wer also zur reinen Edelstahlflasche mit Edelstahldeckel greift, trifft, zumindest was ökologische Bedenken betrifft, eine sehr gute Wahl. Wer will, kann auch klassische Swing-Lok-Caps als Deckel wählen. Leider sind für die isolierten Becher (Tumbler) keine Stahldeckel erhältlich, sondern nur Polypropylenvarianten. Wen das nicht stört, der hat aber eine schöne Kaffee to go Lösung gefunden. Alles in allem, sind die Klean Kanteen Behälter ziemlich weit vorn, in meinem Ranking oder konkret, ich habe derzeit keine bessere Lösung, die ich zeigen könnte, für Outdoor-Aktivitäten. Und 10 Jahre Garantie gibts dazu.

Bilder: greendelicious.de

 

 

 

 


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