Foodsharing

Sharing economy mal nicht auf kapitalistisch unter dem Deckmäntelchen eines Weltverbesserers aus dem Silicon Valley oder eines Marketingprofs der Ivy League Unis. Einer der Mitbegründer von Foodsharing.de hat das Problem mit dem Geld für sich sogar für 5 Jahre persönlich genommen und darauf verzichtet. Teilen ist besser als Tauschen, denn es ist wesentlich verbindlicher und kooperativer. Tauschen ist ein entpflichtender Vorgang. Während Teilen die Fähigkeit etwas wegzugeben voraussetzt und natürlich auch Vertrauen in eine sozialere Gesellschaft aufbaut und dem Beteilten erlaubt, später einmal auch zu teilen.

Wer sich Zahlen und Filme über unsere Verschwendung von Lebensmitteln, Genussmitteln oder Pseudonahrungsmitteln mal ansieht oder vielleicht selbst manchmal verärgert über sich selbst etwas wegwerfen muss, kann nicht umhin über den gesellschaftlichen Wahnsinn den Kopf zu schütteln. Jeder Deutsche wirft über 80 kg Lebensmittel im Jahr weg. Je nach Qualität der Inhaltsstoffe und Ballaststoffe und nach Energiebedarf kann ein Mensch sich davon bis zu über 100 Tage ernähren, ohne Wasser versteht sich.

Natürlich geht einiges in die Tierfütterung, obwohl der wachsende Bevölkerungsdruck in den Städten, ein Moment entwickelt, das dem widerspricht und wenn ich Verwandte und Bekannte in der Stadt so beobachte, dann kaufen die lieber in den Supermärkten und Discountern den beworbenen Müll für ihre Haustiere. Auf dem Land ist die Resteverwertung natürlich höher. Ein Teil geht in die Biogasanlagen, auf den Kompost oder wird mit dem Nachbarn eher geteilt, bevor es weggeworfen werden muss. Trotzdem, die Ressourcen werden immer weiter entwertet und Monsanto und andere Diebe im Gesetz behaupten weiter stur, dass wir Gentechnik und Pestizide usw. dringend zur Ernährung der Menschen benötigen. Es ist nur absurd. Wenn in einigen Gegenden über 50 % der Lebensmittel weggeworfen werden. Qualität spielt dabei eine wichtige Rolle. Fast alle Gemüse- und Obstsorten sind durch Züchtung und keinerlei Stress in den Gewächshäusern kaum noch mit Inhaltsstoffen oder sekundären Stoffwechselprodukten ausgestattet, die oft erst von den Pflanzen produziert werden, wenn sie durch Dürre, Kälte oder Fraßfeinde u. a. bedroht sind. Kernlose Trauben, süße Tomaten, nach nichts schmeckende Gurken beispielsweise. Dabei helfen gerade Herbstoffe und Ballaststoffe in ursprünglicheren pflanzlichen Nahrungsmitteln den Appetit zu zügeln, oder bestimmte Gene in uns zu aktivieren. Aber wir glauben lieber, dass Medikamente, Ärzte oder spezielle von der Industrie erdachte Diäten oder jede Menge exotischer und künstlicher Gewürze Abhilfe schaffen. Ist ja auch viel bequemer. Aber dann rumheulen, wenn es keine Garantie drauf gibt.

Ganz korrekt ist der Vergleich mit sharing economisten natürlich nicht. Uber, AirBnB und die anderen seltsamen asozialen Pseudounternehmer, mich korrigierende Beispiele nehme ich gerne an, wollen ja was für die Bereitstellung von was auch immer. Als ob eine Entschleunigung nicht den Blick genauso wieder für die Nachbarschaft und damit soziale Aktivitäten öffnet. Während foodsharing.de einfach nur etwas weggibt, was sonst meist in der Mülltonne landet und selbst nichts dafür bekommt, außer vielleicht ein Lächeln und ein Glücksgefühl, das Richtige getan zu haben.. Das ist natürlich zu wenig und zu naiv, in einer Zeit, in der alle, ganz besonders Schwerreiche, denken, sie kommen zu kurz. Und Politiker den Blick für das Wesentliche, die größten Teile der Bevölkerung, verloren haben.

Foodsharing.de verteilt an Bedürftige. Zynisch genug, dass wir überhaupt Bedürftige und hungernde Menschen in Deutschland haben …

Durchdenken sollte jemand das Problem natürlich nicht. Wir sind technologisch in der Lage, alle Menschen zu ernähren. Technologisch und wirtschaftlich behalten wir für uns viel mehr vor als notwendig ist, weil wir es für normal halten, asozial und ökologisch destruktiv zu sein. Es müssen schon über 35.000 Artikel in einem großen Edeka sein, oder? Da hat man gar keine Lust in einem Rewe bei nur 25.000 einzukaufen. Und hier der Beweis, dass die Politiker hohl sind oder echte Ar… Irgendwelche Beamten/Lobbyisten haben sich gedacht die Hygiene- und Lebensmittelstimmungen zu verschärfen, in Berlin. Damit dürfte foodsharing.de einen Großteil seiner Aktivitäten einstellen müssen. Es werden also ganz klar die sozialen Spannungen verschärft und zum asozialen Handeln aufgerufen bzw. soziales Verhalten unter Strafe gestellt. Merken die noch etwas? Gerade auch mit Blick auf die Flüchtlingsproblematik, deren Integration gerade vom sozialen Kontakt mit Ortsansässigen abhängt … Jetzt passen die Menschen ihr Verhalten an, weil Politiker zu dumm sind oder nicht willens gegen die Industrielobby anzugehen, und helfen und integrieren jene, bei denen die Integrationsleistung des Staates nicht vorhanden ist und da fällt denen nichts besseres ein als diese Autonomität verbieten zu wollen? Also wer jetzt nicht an eine asoziale Parteienkaste glaubt, dem ist beim Denken nicht mehr zu helfen.

P.S. Wenn ihr merkt, jemand möchte nicht teilen, dann solltet ihr es auch nicht mit ihm. Tit for tat.

Petition: rette-die-foodsharing-fair-teiler-gegen-staatlich-verordnete-lebensmittelverschwendung

Foodsharing.de/News

lebensmittelverschwendung.de

 


Subscribe to comments Both comments and pings are currently closed. |
Post Tags: , ,

Browse Timeline


Comments are closed.


© Copyright 2007 GREENDELICIOUS . Thanks for visiting!