Bienenkiller verbieten

Campact Kampage, aber präzise geht es uns alle an.

Der Frühling ist da und ich kenne kaum eine Frau, die sich nicht über Blüten und das Grün in weiten Teilen unserer Umgebung freut. Männer geht es genauso, nur beschäftigen sie sich weniger mit Blumen, warum auch immer. Honig ist eines der beliebtesten und reinsten unbehandelten Nahrungsmittel in Deutschland und Obst und Gemüse wird wohl auch gern Allenorts verspeist.

Blütenbestäubung

Und obwohl uns das bewusst ist, wir genießen ja die Zeit im Freien, außer vielleicht Allergiker, denken wir selten an die wichtigen Bestäuber. Fachleute sagen zur Bienenbestäubung Melittophilie. Rund 80 % unserer Insektenblütler, d. h. Pflanzen die auf Insekten als Bestäuber angewiesen sind, werden von Honigbienen Apis Mellifera sp. bestäubt. Hinzugefügt werden muss, dass wir nicht wissen, ob das am Aussterben, durch uns, diverser anderer Insektenarten liegt, also schon eine kulturinhärente historisch bedingte Verzerrung vorliegt. Aber unabhängig davon und faktisch müssen wir damit leben.

Bienensterben

Keiner kann die Bilder aus China gutheißen, in denen gezeigt wird wie Menschen per Hand bestäuben. Es sei denn sie werden gerecht entlohnt. Nicht aus Hobbyfreuden, sondern aus schlichter Notwendigkeit, da massive Umweltverschmutzungen vorliegen. Und nicht nur China besteht das Problem, sondern auch in den USA und in Europa. In den USA gibt es diese absurden Bienentrucks, um die großen Obst- und Gemüseplantagen zu bestäuben. Vielleicht hat jemand die Proteste in Frankreich gesehen? Dort haben Imker zuständigen Behörden ihre toten Bienenvölker auf den Hof gekippt und verbrannt. Verschiedene Länder haben deshalb Neonikotinoide verboten, da sie Bienen schädigen und zwar so stark, dass Zehntausende Völker starben. In der Konsequenz fallen und fielen lokal und regional die Ernten schlechter aus.

Ursache unbekannt, da multifaktoriell

Ein mir bekannter Imker beispielsweise muss bei einem Recyclingunternehmen nachweisen, dass bei einer Kontamination durch einen Brand auf dem Betriebsgelände die Umgebung vergiftet wurde. Und das obwohl zur Zeit des Brandes sämtliche Anwohner zu ihrer Sicherheit in den Häusern bleiben sollten und teilweise Wasser (Wasserschutzgebiet) aus Gewässern abgepumpt wurde, um die Gifte nicht weiter freizusetzen bzw. zu verteilen. Oft bekommen Imker von den Instituten nach Beprobung und folgender Analyse die Antwort, dass multifaktorielle Ursachen für das Bienensterben seien. Natürlich gibt es Verordnungen und Gesetz, speziell für Bienen und auch für Pflanzenschutzmittel (Was für ein absurder Begriff?). Das hilft einem Hobbyimker oft aber in keinster Weise. Denn wenn ein Volk tot ist, ist es tot und wenn mehrere sterben ist der Schaden nicht nur für den Imker noch größer. Und wenn er Pech lagern die Bienen Gift in die Waben ein und er kann sie samt Honig wegwerfen oder vernichten.

Lobbyismus von Großkonzernen

Jetzt sollen Verbote, auf Druck der Chemieindustrie, u.a. Bayer, BASF, Syngenta, wieder teilweise aufgehoben werden. Schmidt (CSU) hat selbst 2009 damit angegeben, dass die Neonikotinoide verboten sind. Da fragt sich der interessierte Beobachter, ob die Bienen nun immun seien oder was sich verändert hat. Leider nichts. Koevolution kennt keine Abkürzungen. Kein Lebewesen verschwendet so wie der Mensch biologische Ressourcen. Und es wird noch besser. Seit 2009 werden Neonikotinoide vom jeweiligen Landwirtschaftsminister jedes Jahr aufs Neue verboten. Idiotisch, warum, damit Jobs in der Administration erhalten werden. Oder bekommen wir jetzt genetisch verbesserte Bienen? Oder Nanoroboter? Auslöser für das Verbot war ein Neonikotinoid von Bayer, das Zehn­tausende Bienenvölker am Oberrhein tötete. Neonikotinoide wurden dann allerdings erst verboten, weil viele Imker/innen und engagierte Bürger/innen Erfolg engagiert Druck ausgeübt haben.

Saatgut verbessert?

Das aktuelle Argument der Giftmüllhersteller: Inzwischen sei das Saatgut so behandelt, dass kaum noch Neonikotinoid-Staub in die Umwelt gelangen könne. Die Pflanzen sind teils so behandelt, dass sie selbst Umweltgifte verteilen, sprich das Saatgut keimt und verteilt die Gifte in ersten Blätter und Blüten. Dort nehmen die Bienen das Gift dann auf und konzentrieren es durch ihre natürliche Neigung Pollen und Nektar zu sammeln, auch wenn sie teils sogar Giftstoffe vor der Ablage in den Zellen filtern.

Unfähige Imker?

In diversen Medien wird von unfähigen Imkern gesprochen, wenn Bienenvölker sterben, von Elektrosmog, von Neonikotinoiden, anderen anthropogenen Umweltgiften und von diversen biologischen Neobiota, die von uns eingeführt wurden, wie der Varroamilbe oder dem Kleinen Beutenkäfer, die zu dem andere Erreger übertragen. Zu den unfähigen Imkern muss gesagt werden, dass es ein allgemeines Problem ist, billige Lebensmittel zu wollen und die Abnahme von Berufsimkern in den letzten Jahrzehnten lässt natürlich teils die Qualität der Hobbyimker abfallen, ohne dass diese oft was dafür können. Die Lobby wird ja schon von Landwirtschaftsindustrie bedient. Außerdem gibt es keine Förderungen für Imker, obwohl sie durch die Koevolution von Bienen mit Blütenpflanzen gezwungen zum Gemeinwohl betragen. Und Bienen kann man ja bald mit billigen Lohnsklaven oder teuren Hummelalternativen ersetzen? Natürlich nicht. Hoffnung machen allerdings wieder wachsende Zahlen von Hobbyimkern.

Die Afrikanische Honigbiene in Südamerika

Wer sich die Einführung der Afrikanischen Honigbiene ( Apis mellifera scutellata) in Südamerika ansieht, der fragt sich ernsthaft, wie der Professor Kerr stressfrei so alt werden konnte, denn über 600 Menschen haben ihr Leben bisher verloren durch diese nicht heimische aggressive Biene. Dieser beratende Wissenschaftler aus Brasilien hat die Biene aus Afrika nach Sao Paulo geholt und es zu verantworten, dass diese Biene freigesetzt wurde. Aber wie schon bei den nicht vorhandenen Nazis in der deutschen Bevölkerung nach dem 3. Reich, hat er nur Befehle vom Landwirtschaftsministerium ausgeführt. Bei Hannibal gilt das als Serienmord, frei nach dem Verursacherprinzip. Abgesehen von den ökologischen Schäden, da die Afrikanische Biene keine natürlichen angepassten Feinde dort hatte. Selbstverständlich waren die Imker durch die höheren Erträge ebenfalls an einer Afrikanisierten Honigbiene interessiert.

Wissenschaftlich fragwürdig

Und oh Wunder die afrikanische Bienenkönigin schlüpft schneller als die Europäische, die bekanntlich nicht so protektiv ist oder sagen wir die Carnica und die Buckfastbiene, die aber auch schon Zuchtrassen sind. Aber das konnte ein Genetiker natürlich nicht schon 1956 feststellen. Die Story geht natürlich noch weiter, denn vor Einführung dieser Biene haben die südamerikanischen Staaten, vor allem Brasilien, Argentinien und Mexiko nur marginal Honig produziert und kaum exportiert, heute kaufen die Leute den billigeren Honig in deutschen Supermärkten. Was bedeutet eigentlich Fair Trade für die Ökologie und das regionale Sozialverhalten der Bevölkerung, wenn Waren billig hin und her geschoben werden zwischen den Kontinenten und lokale Arbeit so angeblich unbezahlbar wird? Die Afrikanisierte Honigbiene produziert das 2 bis 4-fache der Menge (bis 80 kg per anno und Bien), der ebenfalls nicht dort heimischen Europischen Honigbiene, schwärmt wesentlich öfter, abgesehen vom tropischen und subtropischen Klima, dass u. U. keine Trockenzeiten kennt und keine winterlichen Temperaturen. Wissen aus Erfahrung ist unersetzlich, gerade in Kulturlandschaften mit ehemals hoch diversen Artengemeinschaften. Aber das kann von allen Wissenschaftlern und Politikern oft wohl nicht erwartet oder verarbeitet werden.

Fragwürdige Entscheider in Wissenschaft und Politik

Das Absurde ist die Tatsache, dass nur weil ein Mensch wie Professor Kerr gerne mit Biota rumspielt, die ökologisch zu bedenken, denn genetisch zu überstürzen oder wenige wie Herr Schmidt i. A. sich die Taschen vollmachen möchten, müssen ganze Populationen leiden. Und gerechtfertigt wird das durch die Opferdarstellung von Menschen, die gar nichts dazu gesagt haben. Das ist ganz kranker Populismus.

„Machen Sie Schmidts Kehrtwende öffentlich und unterzeichnen Sie hier und jetzt unseren Appell gegen die Bienenkiller! Damit es nicht zum großen Bienensterben kommt.

Hier klicken und das Bienensterben verhindern “ Campact

Bild: Campact


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