Agbogbloshie Müllhalde westlicher Elektronik vor Accra

Back Market verlängert die Lebenszeit technischer Geräte, um den schädlichen Einfluss von hohen Verkaufs- und Wegwerfraten von Elektronik auf die Umwelt zu verringern. Der Kunde bekommt u. a. günstigere, voll funktionsfähige Smartphones mit einem Jahr Gewährleistung.

21,6 kg Müll durch Elektronik produziert jeder in Deutschland durchschnittlich pro Jahr (Quelle: „Global E-Waste Monitor 2014“). Weil wir in der Regel vieles wegwerfen oder herumliegen lassen. Man darf bei all den Ideen, die in den Medien, vor allem brachliegen, nicht vergessen, dass unser Ressourcenmotto immer noch „Zerschneiden, Verbrennen, Ausgraben“ ist. Anstatt eine sich entschleunigende industriell entflochtene Kreislaufwirtschaft zu installieren. Und wer sie kennt nicht, die Bilder von eifrigen jungen Afrikanern, die „teuren“ Elektronikschrott zerlegen, um Rohmaterialien zu gewinnen. Vor allem auf Kosten der eigenen Gesundheit. Oder die Bilder von tüchtigen Indern, die fast alles wieder Instandsetzen, was eine Platine besitzt. Das geht sogar in Frankreich und Deutschland.

Back Market wurde im November 2014 in Frankreich gegründet und ist seit März auch in Deutschland online. Derzeit werden vor allem Smartphones wiederaufbereitet und zu einem günstigen Preis verkauft. Dadurch entstehen Know-how und neue Arbeitsplätze. Verzögert werden Kohlendioxidemissionen und falls bald innovative Produkte wie das Fairphone häufiger werden, sogar vermieden. Der Kunde erhält ein „qualitativ“ hochwertiges Produkt. Okay, darüber lässt streiten. Steuerlich müssten die Hersteller zur Rechenschaft gezogen werden, aufgrund eines unzulässigen Ressourcenverbrauches. Aber das Problem ist leider da und die Politik will offensichtlich so schnell nichts ändern. Back Market schon.

iPhone 6 Kohlendioxidbilanz

Von den oben erwähnten 21,6 Kilogramm werden mit 8,5 Kilogramm nicht einmal die Hälfte dem Recycling zugeführt, von 1,8 Mio. Tonnen Elektroschrott lediglich 723.000 Tonnen ordentlich entsorgt. Dabei ist ReUse umweltbilanztechnisch vor ReCycling zu setzen.
Damit beschreitet Back Market einen aktuell notwendigen Weg, bis wir bessere und zeitgemäßere Lösungen gefunden haben, Smartphones umweltfreundlich herzustellen und somit auch länger zu nutzen. Oder zu erkennen, dass die Nutzung derselben, ohne grundlegende Änderungen der Datenverwendung und des Datenschutzes, Social engineering zu unser aller Nachteil ermöglicht. Ja, vielleicht sogar Du als Milliardär hast Nachteile.

Back Market möchte vor allem die psychologische Obsoleszenz großer Hersteller angehen und eine nachhaltigere Kultur im Umgang mit Elektrogeräten schaffen.

Anderthalb Jahre alt ist Back Market, hat 17 Mitarbeiter, 5 Tonnen Elektromüll vermieden und 40 Partner-Werkstätten mit über 3.500 Angestellten, bei bisher mehr als 20.000 wiederaufbereiteten Geräten. Keine schlechte Bilanz angesichts unserer immer schlechter werdenden Elektronikschrottbilanz in Deutschland und global.

Back Market bezeichnet sich selbst als eine Kreuzung aus E-Commerce und Aktivismus. Eine der psychologischen Strategien ist beispielsweise das Beschleunigen des Rhythmus‘ mit dem neue Modelle vorgestellt werden. Der negative Effekt für die Umwelt: Die Vorgänger-Modelle erscheinen dem Kunden unzeitgemäß. Leider werden viele noch nutzbare Geräte recycelt, so gut Recycling sein mag. Es ist in diesem Fall nämlich oft Downcycling, was erheblich Mehrkosten für Umwelt und Verbraucher verursacht und damit ökologisch und ökonomisch einfach anachronistisch und dumm ist.

Logisch dabei, alle Geräte werden überprüft, gegebenenfalls repariert und für den Kunden ein gutes Argument, mit einem Jahr Gewährleistung für einen angemessenen Preis günstiger verkauft. Oder Du kannst das gute Stück innerhalb von zwei Wochen nach Kauf zurückgeben.

Jetzt sind die Softwareleute und kreativen Social Entrepeneurs dran, um schnelle, flexible, von Werbebremsen und Datengreifern befreite Betriebs- und Vertriebssysteme zu entwickeln, die unabhängig von den großen Herstellern und Handelsketten sind und so diese Form verlängerter Lebensdauer schützen. Vor der bis dato konsequenten Verweigerung vieler Hersteller Software-Updates ab einem gewissen Produktalter zur Verfügung zu stellen. Und gleichzeitig vor Malware warnen, um ein Lock-in von Kundenseite zu erzielen.
Wir wünschen Back Market viel Erfolg auch in Deutschland und bedanken uns für die PR-Infos bei Osia Katsidou. Und hoffen, dass Ihr Elektronik vielleicht auch mit der einen oder anderen Idee für eine Nutzdauerverlängerung betrachtet.

Bild: PR Back Market

 


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