Ausgezwitschert Singvögel in Gefahr

Über viele öffentliche Leistungen kann gestritten werden. Aber „Ausgezwitschert – Singvögel in Gefahr“ helfen meinen GEZ-Rundfunkbeitrag vor mir selbst rechtfertigen zu können. Über die Modalitäten und Höhe kann und sollte aber gestritten werden.

„Ausgezwitschert – Singvögel in Gefahr“ bestätigt leider einmal mehr meine eigenen Beobachtungen. Dass Vögel aus dem ländlichen Raum verschwinden und kurioserweise in der Stadt in Parkanlagen wieder auftauchen. Beispielsweise vermisse ich Schwalben und Feldlerchen, obwohl meine Eltern in Mecklenburg viele Vögel beobachten. Trotzdem verschwinden viele Arten und ich rege mich regelmäßig über dieses sinnlose und aktionistische Rasenmähen, nicht nur auf dem Lande, und über „auf Schnur gebrachten Gärten“ auf. Es ist absurd. Genauso wie die Sterilisierung unserer Häuser und Infrastruktur. Nicht nur Vögel werden geschädigt, sondern auch Bienen und andere Insekten, von denen sich die Vögel teils ernähren. Monokulturen werden mit Pestiziden bearbeitet, um 100 % der vorhandenen Ressourcen nutzen zu können, wie ein Landwirt versichert. Dadurch verschwinden, verbunden mit dem Stickstoffeintrag, immer mehr Pflanzen, die nicht nitrophil sind. Sprich, Pflanzen, die Stickstoff nicht nutzen. Mit der Verarmung der Flora verbunden, der Wegfall von Insekten, die keine Habitate mehr haben. Das führt zu weiterer Verarmung der Vogelvielfalt und weiter allgemein der Pflanzen- und Tiervielfalt. Und nun empfiehlt ein Vogelexperte sogar das ganze Jahr Vögel zu füttern, um die Vogelarten zu bewahren. Leider zu recht.

Silent Spring ist ein umweltwissenschaftliches Buch aus dem Jahr 1962, geschrieben von Rachel Carson, war damals mit ein Auslöser für gesteigertes Umweltbewusstsein. Rachel Carson wies darauf hin, dass die chemische Industrie mit sich ausbreitender Desinformation, auch offizielle Entscheidungsträger die Ziele der Agrar- und Chemieindustrie einfach unkritisch übernahmen. Und mit dem Einsatz chemischer Mittel, die Vogel durch lokales Aussterben verschwinden und damit die Stimmvielfalt. Heute haben wir die Probleme noch massiver, trotz Rachel Carson. Ich selbst empfinde, die Vogelfauna als reduziert, auch wenn ich viele Tauben, Elstern, Amseln und Sperlinge bei meinen Eltern sehe und höre, fehlen mir andere Arten wie Schwalben, Feldlärchen und Stare. Wobei letztere sicher weniger bedroht sind.
Neulich hat meine Mutter einen toten Buntspecht gefunden. Es wäre interessant gewesen zu erfahren, was die Todesursache war.
Der Film „Ausgezwitschert – Singvögel in Gefahr“ beleuchtet die Problematik der Synthetisierung der Landschaft sehr gut, auch alte schädliche Traditionen wie der Vogelfang in Italien werden angesprochen. Oder die Zubetonierung unserer Umwelt. Ergänzend wäre ein Hinweis gut gewesen, dass vegetarische und vegane Lebensweisen viel ressourceneffizienter und ökologischer sind. Da von der Agrarlobby im Film wieder die Hungerkarte gezogen wird. Wenn ich aber sehe wie übergewichtig die konventionellen Landwirte, sicher nicht nur Stoffwechselkrankheiten geschuldet, im Film sind, fällt mit wieder der Begriff Maßlosigkeit und Ignoranz  und als Alternative Suffizienz ein. Peter Bertholt, ein Vogelkundler, ist ein Lichtblick in unserer Gesellschaft. Er setzt sich vehement für die Schaffung von Biotopen und natürlichen Gärten ein.
Hier sein Buch.

Absolut empfehlenswert. Mit vielen Aspekten. Hier geht es zum Film.

 


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