lillika-eden-wie-viel-ist-dir-ein-t-shirt-wert

Hallo Ihr lieben Weltverbesserer von Lillika Eden,

auch ich habe vor Beginn des Projektes Wie viel ist Dir Dein T-Shirt wert? von Euch eine Info bekommen. Und freue mich über das Projekt. Mitgemacht habe ich allerdings nicht, weil ich schlicht kein faires T-Shirt derzeit brauche. Manche von meinen Shirts sind über 10 Jahre alt, 2 um genau zu sein.

Das Jüngste ist etwa zweieinhalb Jahre alt. Das liegt zum einen an einer größeren Charge von 12 Shirts, die vor ich ungefähr 5 oder 6 Jahren gekauft habe und sie günstiger bekommen habe. Ich trage übrigens eines davon gerade, von anvil, zu hundert Prozent organische Baumwolle. Zwei davon habe ich verschlissen. Die Qualität und meine Achtsamkeit werden wohl noch zwei bis vier Jahre erlauben. Und das, obwohl ich anderthalb T-Shirts täglich benötige. Da ich jeden Tag körperlich aktiv bin. Außerdem wechsele ich nicht jeden Tag ein Shirt, wenn es nicht notwendig ist. Sondern nutze es zwei oder drei Tage. Und ich trage natürlich nicht nur T-Shirts, sondern auch Poloshirts oder Hemden über den Tag.

Lillika-Eden hatte ein Projekt gestartet. Zentral war die Frage an den Käufer eines ökosozial hergestellten T-Shirts, was er oder sie bereit ist zu zahlen. Der Kunde zahlte und bekam sein T-Shirt, fair, nachhaltig, vegan. Das Projekt

Was ist ein faires T-Shirt wert? #wearthechange

von Lillika-Eden ist nun abgeschlossen und ein paar Zahlen sind veröffentlicht auf lillika-eden.com. Etwas über 300 Leute haben mitgemacht und herausgekommen ist, soweit ich das anhand der verfügbaren Informationen beurteilen kann, nichts Neues. Was keine Kritik ist, sondern einfach meinen bisherigen Beobachtungen unserer Welt geschuldet ist. Und, immerhin haben die Käufer ein faires T-Shirt jetzt zum Tragen und eine gute Story dazu. 

Ein paar Menschen haben nur einen Euro gezahlt. Ich gehe hierbei davon aus, dass es sich zum Teil um Freerider handelt. Freerider sind in der Spieltheorie, Spieler, die sich zugunsten einer Gemeinschaft unsolidarisch bedienen, ganz zum Eigennutzen, ohne dafür eine Leistung für die Gesellschaft zu erbringen. Also sich in diesem Fall mit einem fairen T-Shirt schmücken, aber nichts dafür leisten möchten. Außer vielleicht der externen Leistung, dass sich diejenigen, welche etwas zum Gemeinwohl beitragen, anfangen dagegen zu wehren, sobald Freerider und ihr asoziales Verhalten einmal ausfindig gemacht sind. Was allerdings wieder Ressourcen kostet. Da sich die Gemeinwohl orientierten ja nicht um das Gemeinwohl selbst kümmern können, sondern um den Schutz desselben. Doch es wäre wohl naiv zu glauben, dass eines vom anderen zu trennen ist.

Fußball-Weltmeistertrikot versus Lillika Eden T-Shirt

Der Vergleich hinkt, ich weiß. Weil verschiedene Welten aufeinanderprallen. Aber andere werden vielleicht wirklich kein Geld haben, um mehr für ein T-Shirt auszugeben. Fast alle haben mehr ausgegeben, im Durchschnitt 13,47 Euro. Einige mehr als das Doppelte als die für den Käufer von Beginn an transparenten Gestehungskosten inklusive Versand und Verpackung von 17,30 Euro. Die Preisspanne der Kunden lag zwischen 1 und 39 Euro. Für einen Vergleich habe ich mal die Kosten für ein Weltmeistertrikot von 2014 von Adidas herausgesucht. Die Quelle ist de.statista.com. Das Trikot kostet 85 Euro. Davon entfallen 2,39 aufs Marketing, 2,02 auf den Vertrieb. 5 Euro und 10 Cent auf Lizenzkosten vom DFB; 8,23 Euro auf Stoff, Näharbeiten und Verschiffung. Dreizehn Euro siebenundfünfzig auf die Mehrwertsteuer, 16,26 gehen an Adidas, und 37,43 entfallen auf die Händler, also Sportgeschäfte und Onlineshops. Das ist ziemlich traurig. Die Menschen sind bereit 85 Euro für ein Trikot auszugeben. Das weder qualitativ in der Langlebigkeit hervorsticht, noch durch nachhaltige Qualität überragt. Und schon gar nicht originell ist. Sondern nur, weil irgendwelche Millionäre damit auf dem populärsten Rasen der Welt einen Ball schubsen und die Leute das für normal halten.

Kostenaufstellung veganes faires T-shirt Lillika Eden

Aber zeigen die Zahlen aus dem Lillika Eden Projekt, dass selbst Menschen, die auf nachhaltige Aspekte in der Produktion ihrer Kleidung Wert legen, nicht bereit sind, diese Leistung des Produzenten finanziell zu honorieren? Das lässt sich eben nicht sagen, da die konkreten Zahlen nicht vorliegen und ehrlicherweise schwerlich repräsentativ sind. Vielleicht hätte Lillika Eden zumindest eine Umfrage als Gegenleistung für das Recht den Preis selbst festzulegen machen sollen?

Lillika-Eden hat trotzdem etwas viel Wertvolleres als Adidas getan, nämlich ein Ressourcen schonenderes faires T-Shirt angeboten. Und immerhin über 300 Käufer gewonnen, auch wenn es ein Minusgeschäft war. Das bedeutet, dass es möglich ist. Das ein Bewusstsein vorhanden ist, aber der starke Anreiz zur Umsetzung fehlt. Wenn wir es genau nehmen, sind soziale Kosten immer ökologische Kosten. Da jemand der fair bezahlt wird und sich sozial integriert fühlt, kaum Raubbau betreiben oder sich oft asozial verhalten wird. Ich gehe von guten Lernkurven sozialer Kompetenz aus.

Suffizienz weniger ist oft wirklich mehr

Zumindest hierzulanden. Oder warum müssen wir uns in Yogakurse, Entzugskliniken und in Urlaub begeben? Weil wir ständig überreizt sind. Deshalb wird die Gerechtigkeit in der Geldmengenverteilung unter der Bevölkerung auch eine entscheidende Rolle spielen, ob wir bald in einer Gesellschaft leben, die wenigen erlaubt noch stärker als bisher unverschämt viele Ressourcen für sich zu beanspruchen. Während alle anderen sich sinnvollerweise ökologisch angemessener verhalten müssen und auch sollten und vor allem können, bei einer aktuelleren Definition und einem subtileren Bewusstsein für Wohlstand und Glückseligkeit. Ich gebrauche sehr gern immer wieder mein Lieblingswort Suffizienz oder einfach gesagt weniger ist mehr. Mehr an gesunder Natur, mehr an sozialem Umgang miteinander, ohne sich durch irgendwelche Label von anderen abheben zu müssen, sondern durch ein zwischenmenschliches und ökologisches Bewusstsein, das nicht trennt, sondern verbindet. Und Kommunikationsräume öffnet, ja sogar schafft.

Was die Grundanlage von uns als sozialen Wesen ist. Wir haben so viele Qualitäten mitbekommen, dass wir uns nicht daran messen und fühlen müssen, was wir an Materiellem besitzen in einer Welt wie der unseren im 21. Jahrhundert. Und diesen Besitz gleichzeitig mit einem negativen Gefühl verteidigen, ja uns Techniken ausdenken, um uns selbst zu belügen, sobald wir aus unserem sozialen Kontext heraustreten und irritiert anderer Menschen Lebenswirklichkeit nicht begreifen können oder wollen. Und dann schnell mit dem Finger andere als Übeltäter markieren. Statt eben jenen entscheidenden Schritt zu machen, in den gemeinsamen Kommunikationsraum, der Verständnis ermöglicht und damit Lösungen, gesamtgesellschaftliche Lösungen.
Meines Erachtens liegt die Problematik des Projektes nicht in der Wahlmöglichkeit, so oder so viel Geld zu bezahlen, sondern in der Akzeptanz und oftmals Ignoranz vieler unserer Mitmenschen Ressourcen überproportional für sich zu beanspruchen. Warum sollten wir jemandem erlauben extrem teure Fahrzeuge kaputt zu fahren oder zum Spaß fossilen Brennstoff in die Luft zu blasen, der uns allen schadet. Oder jemand in der Gesellschaft höher gestellt ansehen, weil er vier Mal im Jahr in den Urlaub fliegt, mehrere Häuser besitzt als jemanden, der durch unsere asoziale Politik Hartz-IV stigmatisiert wird, als Täter, der angeblich jene die etwas leisten, aussaugt. Wobei wir ja das Kapital als das Leistende ansehen müssen und nicht jenen, der es besitzt. Dabei sind gerade Menschen mit geringen finanziellen Ressourcen gezwungen sparsam mit allen Ressourcen umzugehen.

Natursein

Jede Form von Natursein, ob nun als CO2 Verbrauch, TRUEVA oder wie auch immer gemessen und bewertet wird unweigerlich die Verteilungsfrage stellen. Ich habe gerade keinen besseren Begriff als Natursein, da ich Umweltbewusstsein für zu trennend halte, zwischen uns Menschen als Teil eines größeren Ganzen. Wir sind Natur und nicht trennbar. Wenn wir also jetzt anfangen nach Gestehungskosten zu fragen, völlig normal und logisch, um zu beginnen, werde ich mir sofort bewusst, wie wenig wir ökologische Komplexität oder biologische Qualität bewerten können. Aufgrund mangelnder Bereitschaft und zu geringen Kapazitäten, angeblich. Mangelndes Wissen kann es nicht sein. Ich treffe zu viele Menschen aus verschiedenen Milieus mit schlechtem Gewissen, was unseren Umgang mit der Erde betrifft. Vielleicht einfach, weil jene rücksichtslosen Verschwender Zahlen gegen die eigene Lebensführung sehen wollen. Als Beweis, dass ihre Zahlen ganz offensichtlich Zahlen- und Wertesystemen entspringen, die kaum ökologischen Realitäten entsprechen. Ein faires T-Shirt ist ein guter Anfang etwas dagegen zu tun.

Danke an Lillika-Eden für das Projekt  etwas über die Inwertsetzung für ein faires T-Shirt seitens der Kunden zu erfahren.

Abbildungen: PR Lillika Eden


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