Ternua

Die neue Sommerkollektion 2017 von Ternua, einem spanischem Unternehmen für Outdoorbekleidung, zeichnet sich folgerichtig konsequent aus. Denn sie ist zu 92 % entweder Bluesign® zertifiziert, aus Organic Cotton oder recycelten Materialien. Und das festgelegte Ziel von 95 % PFC-frei imprägnierten Textilien für 2017 ist erreicht. Das Unternehmen ist zudem ein Pionier in der Verwendung von recycelten Daunen. Gewonnen aus Textilien, die das Ende ihrer Nutzfähigkeit erreicht haben. Die verwendete Baumwolle in allen Produkten ist nach GOTS (Global Organic Textile Standard) zertifiziert. Das heißt, diese Baumwolle wird nachhaltiger angebaut und ist frei von Pestiziden, Herbiziden und synthetischen Düngemitteln.

Bluesign®

Bluesign® ist ähnlich wie Cradle to Cradle ein Zertifizierungspool, der von vornherein die Verwendung umweltschädlicher Substanzen vermeiden möchte und die Produkte schon entsprechend konzipiert. Und Unternehmen hilft, ihre Produkte in einem infrastrukturellen Subnetzwerk mit Partnerunternehmen zu realisieren. Grenzwerte in den angewendeten Chemikalien werden nach Risiko gewichtet und praktisch wird der strengste Wert angewendet. Dabei werden selbst eingesetzte Hilfsmittel auf Inhalte geprüft und in Bezug auf die Umweltbelastung entlang der gesamten Prozesskette untersucht und bewertet. Aus Sicherheitsgründen, auch für die Beteiligten, wird ebenso ihre spezifische Anwendung innerhalb des Prozesses beurteilt. Dazu gibt es zwei Label, einmal bluesign®approved und bluesign®Systempartner, die ein Produkt oder Unternehmen tragen darf. Svalder, ein Trekking Hemd für Herren (rechts, oberes Foto) und die Margari Pant (rechts, unteres Foto), eine Frauenhose fürs Trekken sind beispielsweise bluesign® zertifiziert. Die anderen beiden Kleidungsstücke sind zu 72 % recyceltes Polyester und 28 % Mikro Fleece Polyester. Klar, besser geht immer, jedoch ist Ternua auf einem wesentlich nachhaltigeren Weg als zum Beispiel andere Firmen der Branche, die sich allgemein so gern mit atemberaubenden Werbebildern jener Natur schmückt, um die sie sich vielleicht nicht so wie möglich kümmert.
Ternua Outdoor Bekleidung Bluesign Trekking recycelt Polyester

Ternua – Fast PFC frei

2009 begann Ternua damit Perfluoroctansäure (PFOS/PFOA) und ihre Derivate aus seinen Wasser abweisenden Oberflächen zu reduzieren (DWR – Durable Water Repellency). Wasser abweisende Materialien zu finden, die gleichzeitig leicht und robust sind, war lange Zeit das Problem bzw. der Bequemlichkeit der Unternehmen und Konsumenten geschuldet.
Seit 2015 ist die Ternua Kollektion komplett frei von PFOA/PFOS. Als Alternative wurden dann schnell Perfluorkarbone (PFC/PFK) eingesetzt von der Industrie, leider sind die PFC ebenfalls umweltschädlich. Ziel von Ternua ist deshalb der
endgültige Verzicht auch auf PFC/PFK zum Ende diesen Jahres. Was ich ziemlich gut finde. Damit reiht sich Ternua ein, in eine noch recht exklusive Gruppe von Produzenten von Outdoorkleidung, die frei oder fast frei von PFOA und PFC sind.
Aktuell wird in der Branche noch PTFE – Polytetrafluorethylen als Alternative, z.B. in GORE-TEX eingesetzt, leider ebenfalls umweltschädlich.
Recycling Polyester Women Panty Jacket Trekking Ternua

Das petrochemische Dilemma des Prosumenten?

Auch Ternua hat viele petrochemische Produkte in den Erzeugnissen. Womit das Problem der Langlebigkeit auftaucht, da die meisten Verbundstoffe nicht gut zu trennen sind und wenn, dann oft nicht gut zu recyceln, wie z.B. Elastan oder je nach Art auch Polyamide in den Ternuaprodukten. Hier würde ich mir etwas genauere Angaben wünschen, von allen Herstellern, statt mit Gattungsbegriffen zu arbeiten. Denn es ist wesentlich umweltfreundlicher Material zu recyceln als es zu verbrennen.
Eine andere Frage ist natürlich, was ich wirklich brauche, wenn ich Draußen unterwegs bin. Es spricht ja nichts dagegen, Outdoor-Kleidung auch urban zu nutzen. Ob es aber dann beispielsweise in Hamburg Kleidung sein muss, die für subpolare oder alpine Zwecke genügt, wage ich zu bezweifeln. Ich bekenne mich allerdings schuldig und nutze selbst einen alpinen Midlayer in Hamburg, allerdings als Wetterschicht außen, wenn es nicht stark niederschlägt. Insofern bitte ich Euch immer abwägen, was sinnvoll ist. Weniger ist oft mehr. Nachhaltige Qualität bereitet zumindest mir bei hoch funktionaler Kleidung jedes Mal wieder Freude, wenn ich sie trage. Wie zum Beispiel meine lange Jahre genutzte Fahrradbekleidung von Gonso, speziell meine PFC-freie Regenhose und Allwetterjacke. Auch wenn die Kleidungsstücke bereits die eine oder andere Gebrauchsmacke haben. Natürlich können wir mit unseren aktuellen kulturbedingten Verhaltensmustern scheinbar sozial gebunden nicht auf petrochemische Anteile verzichten, aber robuste Kleidung wie von Ternua und anderen Outdoormarken gewährleisten zumindest eine lange Lebensdauer. Und ich habe munkeln gehört, dass Outdoormenschen materialkonservativ sind und lange an lieb gewonnener funktionaler Kleidung festhalten, zumindest die Männlichen. Wir sind gespannt, wie sich die Outdoorbranche entwickelt, denn es bewegt sich was, seit Greenpeace das Thema Fluor aufgriff und ins öffentliche Bewusstsein stellte. Ternua arbeitet mit daran.
Bilder: PR Ternua

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