Auf die Post und DHL bin ich nicht gut zu sprechen, normalerweise. Aber wie schnell ein Elektro-Auto auf die Räder gestellt werden kann, hat die Streetscooter GmbH vorgemacht. Und wie schnell ein Großunternehmen zugreifen kann, die Deutsche Post und DHL.

Ich habe den StreetScooter Work M zwar erst drei Mal gesehen, hier in Hamburg. Leider zu leise und zu schnell, aber vor allem zu weit weg, um von mir fotografiert zu werden. Aber Post und DHL haben mit dem StreetScooter ein Fahrzeug auf die Beine gestellt, dass unsere träge Autoindustrie wieder mal alt aussehen lässt. Trotz diverser Carsharingsysteme, Netzwerkkonzepte und E-Fahrzeuge im Portfolio.

Ein elektrogetriebener Transporter bei der Deutschen Post, der StreetScooter, konkret der Work M, ist verantwortlich für die Zustellung durch die Deutsche Post. Die möchte den gesamten Fuhrpark auf E-Fahrzeuge umstellen. Nichts Besonderes, wenn jemand auf die Zeichen der Zeit achtet, denn das E-Fahrzeug wird nicht erst seit TESLA als Zukunftsmodell gesehen, trotz Brennstoffzellenentwicklungen. Die Post braucht bis zu 70.000 Fahrzeuge. Da die deutschen und auch andere Autohersteller nichts im Modellprogramm haben, hat die Post und DHL die StreetScooter GmbH übernommen, zu 100 Prozent. Bekanntlich ist die Post einer der größten Betreiber von Fahrzeugflotten, weltweit. Und die müssen emissionsfrei sein. Wer möchte schon weiter vollgestunken werden oder wer ein schmutziges Image haben.

10.000 E-Autos jährlich

Letztes Jahr war es noch Serienfertigung, aber die Massenproduktion steht an und das sind immerhin fast 10.000 Fahrzeuge jährlich. Aktuell sind schon über 2000 im Einsatz. Und vorerst sind die Fahrzeuge selbst für die Post und DHL, aber potentielle Abnehmer gibt es global, als Geschäftskunden. Firmen, Kommunen, eigentlich jeder der so ein Transportfahrzeug auf kurzen Strecken nutzen und die Umweltverschmutzung für sich und seine Mitmenschen reduzieren möchte. Nicht nur ich sehe ein Auto als Nutzfahrzeug, ergo ist so ein Fahrzeug interessant für viele. Und mit Post und DHL als Eigner kann sich das Unternehmen unter Umständen als der Nutzfahrzeughersteller bis 2,8 Tonnen für E-Fahrzeuge entwickeln. Auch für viele Sharingnetze dürfte der Work M interessant sein.

Schneller als die Autoindustrie?

Es war von vornherein Konzept, ein einfaches, preiswertes und funktionales Fahrzeug auf die Räder zu stellen. Kein überbordender E-Luxus und überflüssige Designelemente war die Devise. Die deutschen Autobauer waren leider taub, nach Aussagen der Post. Und so hat die Post sich für das Start-up StreetScooter aus Aachen entschieden. Zusammen mit der Uni RWTH entwickelten die Firmengründer Achim Kampker und Günther Schuh Elektrofahrzeuge nach den Vorgaben der Post. 2014 übernahm das Unternehmen die StreetScooter GmbH vollständig. Wissen ist sehr frei verfügbar, durch die Digitalisierung unserer Welt, wird es in Zukunft noch einfacher werden, mit Willen, Teamgeist und Know how  vermeintlich unmögliche Projekte auf die Beine zu stellen. Warum sollte es nicht möglich sein, Großprojekte auch anderer Branchen über Crowdfunding für das Gemeinwohl zu realisieren? Und durch Einbindung aller Beteiligten als Infrastruktur aufrecht zu erhalten. Also das, was der Staat normal leisten sollte.

Die letzte Meile

Fokus ist die Fahrzeuglösung für die Zustellung auf der sogenannten „letzten Meile“. Das Extreme, mit neuen Entwicklungs- und Fertigungslösungen gelang es dem Unternehmen, in weniger als anderthalb Jahren nach Firmengründung ein neues Elektrofahrzeug, den Compact, ein Klein-Pkw mit E-Antrieb zu präsentieren, auf der IAA 2011. Da bewundere ich die Dummheit und die Arroganz so ignorant zu sein wie die deutschen Autobauer. Modulare Fahrzeugarchitekturen werden die Zukunft noch stärker bestimmen, da durch den E-Antriebe immer weniger bewegende Teile verbaut werden und dadurch die Kosten sinken, auch im Verschleiß. Die Modularität hält außerdem die Kosten gering, bei Schäden und das Beste, die Kosten für elektronische Bauteile werden weiter sinken.

Batterie Typ Li-Ion
Batteriekapazität 20,4 kWh
Aufladung an Schuko-Steckdose (230V, max. 16A)
Ladedauer (von 0 % to 80 % / von 0 % to 100 %) 4,5 Stunden / 7 Stunden
Reichweite bis 80 km

Natürlich sind alle Paketdienstleister an E-Fahrzeugen interessiert, aber keiner ist weiter als die Post und die anderen testen mit herkömmlichen E-Fahrzeugen der konventionellen Autohersteller.

Die StreetScooter GmbH bietet außerdem, logisch, ein erprobtes Batteriemanagementsystem, Module und Energiespeicher-Systemlösungen, alles inklusive Individualisierung und Beratung. Support und Service werden ebenso offeriert.

Wir bauen Ihre ElektroFlotte“ lautet ein Slogan auf der Seite von StreetScooter. Aktuell prüfen die StreetScooterleute, ob sie die Modelle gewerblichen und öffentlichen Kunden zur Verfügung stellen. Ich kann mir vorstellen, dass sie sich bald nicht mehr vor Anfragen retten können.

Wie fährt die Post in Zukunft?

Jetzt fragt sich, wann diese E-Fahrzeuge teilautonom werden, also alles übernehmen, was auf der Straße passiert und der zustellende Postangestellte wird kein Postfahrer mehr sein, sondern nur noch beim Kunden aktiv. Nämlich ab Tür auf. Die Kosten für autonome Systeme für PKW fallen ständig und liegen schon bei unter 250 Dollar. Wir sind gespannt.

 
Natürlich hat die Post außerdem noch für die höhere lokale Auflösung ebenso E-Fahrräder für die Postboten bereit, auf zwei oder drei Rädern.

Bilder und Abbildungen: Deutsche Post und StreetScooter

Die Zukunft ist offen.


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